

Von allen Netbooks gehört das Acer Aspire One sicherlich zu den am schönsten aussehenden Produkten, obwohl das Gehäuse ausschließlich aus Kunststoff gefertigt ist. Bereits beim Öffnen der Verpackung trifft einen die Begeisterung, wenn einem der Klavierlack des Displaydeckels entgegen schimmert. Klavierlack bedeutet aber auch, dass Fingerabdrucke sichtbar sind und man oft reinigen muss, besonders auf der auf Hochglanz polierten Innenseite des Displaydeckels. Das Acer Aspire One gibt es derzeit in den Farben weiß-schwarz und blau-schwarz, seit November 2008 hat Acer nun auch die neue "Black Edition" eingeführt. Die pinke und braune Version wird in Deutschland ab Ende des Jahres erhältlich sein.
Von den Dimensionen her ist der Acer Aspire One um 2,5 cm breiter als der Asus Eee PC 900 und der neue Eee PC 901, die ebenfalls ein 8,9" Display integrieren. Und das Erste was man beim Öffnen des Netbooks denkt ist: "Verdammt, warum ist der Bildschirm nicht größer... Platz wäre ja vorhanden!" In der Tat, beim Acer Aspire One ist genug Platz, um ein 10" Display im Widescreen Format einzubauen - und vielleicht macht dies Acer auch in kommenden Versionen. Dass das Gerät größer ist liegt wohl hauptsächlich daran, dass im Acer Aspire One eine deutlich größere und angenehmere Tastatur als bei den restlichen Asus Eee PCs vorhanden ist. Dennoch, mit 965 Gramm ist das Acer Aspire One sogar das leichtesten Netbook im 8,9" Format und knackt damit die 1 kg Marke. Alle anderen Netbooks wiegen 100 bis 500 Gramm mehr, sodass das Acer Punkte im Bereich der Mobilität sammeln kann.
Aber zurück zum Design: Das Aspire One sieht schick aus und weist weich-abgerundete Kanten auf. Für Kontrast sorgen die an der Seite angebrachten rot eingefärbten Scharniere und die etwas ungewohnte Bauweise der Bildschirmhalterung. Diese Halterung führt dazu, dass Acer einen sichtbaren Hinweis beilegt, man möge den Aspire nicht so in der Hand halten, dass man die Finger zwischen dem unteren Korpus und dem Display legt - es herrscht nämlich Verletzungsgefahr, wenn man den Bildschirm schließt. Natürlich führt genau dieser Hinweis dazu, dass man es überhaupt ausprobiert. Und tatsächlich, eine gewisse Verletzungsgefahr ist vorhanden, da die untere Kante am Displaydeckel recht scharf ist und sich kleinere Finger leicht einklemmen lassen. Schneiden tut man sich aber nicht.
Von der Verarbeitung ist das Produkt sonst ebenfalls gut und sauber gemacht, der Bildschirm ist zwar nicht ganz verwindungssteif, die Scharniere und das restliche Gehäuse sind aber ausreichend stabil. Nicht ganz klar ist, warum das Acer Aspire One an der Unterseite nach vorne hin dünner gebaut ist (da befinden sich die Lüftungsgitter und Lautsprecher). Hätte man ihn an der Oberseite schmaler gebaut, könnte man die Handballen bequemer auflegen wenn man am Tisch arbeitet, was die Ergonomie deutlich fördern würde.

An der linken Seite des Acer Aspire One befindet sich ein analoger VGA-Videoausgang (D-Sub), ein DVI-Anschluss fehlt. Sonst gibt es noch den Stromanschluss, ein LAN- und einen USB-Port. Richtung Front vermutet man einen normalen Card-Reader...in der Tat ist es auch ein Lesegerät für SD-Karten, allerdings wird diese Erweiterung als "Storage Expansion" bezeichnet, und soll der Aufstockung des internen Speichers dienen, was vor allem beim Modell A110L mit nur 8 GB und A110X mit 16 GB SSD Flash-Speicher sehr nützlich ist. Zusätzlich gibt es auf der rechten Seite einen "normalen" Card-Reader für SD, MMC, xD und Memory Stick Module. Damit hat Acer etwas ganz Einzigartiges geschaffen, denn links schiebt man die Karte zur Erweiterung des lokalen Speichers ein und rechts weitere Karten für Fotos aus der Kamera, Musik für den MP3 Player usw. Somit bleibt dem Kunden ein ständiger Medienwechsel erspart, bei den Modellen 150L und 150X mit integrierter Festplatte wird man aber beide Karten-Slots wohl nur selten gleichzeitig verwenden. Weitere Anschlüsse sind 2x USB-Port und die Audioschnittstellen für Kopfhörer und Mikrophon.
Ein Mikrophon ist übrigens bereits integriert, ebenfalls eine 0,3 MPixel Webcam, die zusammen mit der Software Skype Voice over IP Gespräche und Videtelefonie erlaubt. Das Acer Netbook verfügt über Stereolautsprecher, die an der Unterseite angebracht sind und zwar einen klaren, aber nicht wirklich lauten Ton ohne Bässe von sich geben. Für Gespräche über das Internet und gelegentliches Musikhören reicht die Qualität aus.

Die Tastatur des Acer Aspire One ist deutlich größer als die der restlichen Netbooks bis 8,9" oder der Asus Eee PC Serie. Nur das HP Mini-Note hat noch größere Tasten. Der Tastenabstand des Aspire One liegt bei 17 x 16 mm (restlichen Netbooks zwischen 15 x 13 und 16 x 14 mm), ist zwar immer noch kleiner als bei einer normalen Desktop Tastatur (19 mm), dennoch kann man nach kurzer Eingewöhnungszeit gut damit schreiben. All diejenigen, denen die Tastaturen des Asus Eee PCs oder der anderen Netbooks zu klein sind, finden im Acer Aspire One eine angenehme Alternative. Dass Acer daran gedacht hat, Schreiber glücklich zu stellen, merkt man auch daran, dass die Tastatur kaum vom herkömmlichen Layout abweicht, die SHIFT, SPACE und ENTER Tasten groß genug sind und nicht so abgeschnitten oder verschoben wurden, wie auf anderen Netbooks. Bei allem Lob muss auch erwähnt werden, dass der Anspressdruck angenehm ist und die Tasten sehr leise ihren Dienst verrichten, sich aber die Tastatur leicht durchbiegt.
Das Widescreen-Touchpad ist gewöhnungsbedürftig, zumal eine so längliche Form fast nie verwendet wird und einfach zu schmal ist. Die Tasten befinden sich auf der Seite, sie sind aber ebenfalls sehr klein geraten. Mit der Zeit kommt man mit dem Touchpad doch irgendwie zurecht und bedient es mehr mit den Daumen als mit dem Zeigefinger. Dennoch sollte Acer überlegen, die Tochpadfläche sowie die Tasten zu vergrößern und eventuell Multitouch zu integrieren.
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