
Der aigo P8860 MID überzeugt durch ein attraktives Produktdesign mit abgerundeten Formen, die Verarbeitung ist sehr hochwertig. Durch die Klavierlackoberfläche sind Fingerabdrücke sichtbar, vor allem am Display.
Der aigo wiegt gerade mal 300g, in etwa so viel wie die Sony PSP. Er liegt gut in der Hand und ist die ideale Alternative zu den viel größeren UMPCs, zumal hier eine zwar kleine, aber angenehme Tastatur integriert ist. Darauf lassen sich durchwegs Texte eingeben. Bedient wird der MID über das Touchscreen, mit Finger oder Stift. Ein Touchpad fehlt, der würde dem aigo aber gut tun, denn nicht immer funktioniert alles via Touchscreen. Angenehm ist, dass der aigo ohne Lüfter und somit leise ist, aber sich nicht auffällig erwärmt.
Der aigo ist mit einem stromsparenden Intel Atom Z500 Atom (Silvertorne) Prozessor mit 800 MHz ausgestattet. Die Leistung liegt laut unseren Benchmarks in der Windows XP Testumgebung zwischen AMD Geode LX und VIA C7 Niveau, auf jeden Fall 3x niedriger als beim normalen Intel Atom für Netbooks oder dem Vorgängermodell Intel A110 aus der McCaslin Plattform. Die dargebotene Leistung reicht aber für Office, Internet und auch die Wiedergabe von MPEG4 Videos in Standardauflösung aus. HD-Videos sind nicht mehr möglich. Die Spiele unter MIDINUX reagieren teils langsam. Der aigo verfügt über 2+2 GB SSD-Flash Disk, was zwar für Office und Internet reicht, aber nicht wirklich viel ist. Ein GPS Modul ist zwar integriert, funktioniert aber nur in den High-End Versionen und ist im P8860 Modell deaktiviert, zumindest unter dem MIDINUX Betriebssystem. Die Anschlüsse sind mager: nur ein USB, ein microSD Slot und Kopfhörer Anschluss. Immerhin ist ein USB Host Port da, um den aigo MID direkt an den PC anschließen und Daten austauschen zu können. Die integrierte Webcam ist nicht lichtempfindlich genug und rauscht stark.
Der kleine 4,8" Bildschirm ist auch für den Einsatz im Freien hell genug. Farben werden durch die Glare-Type Technik schön und kräftig dargestellt. Spiegelungen sind sichtbar, wenn auch nicht so stark. Problematisch ist die geringe Auflösung von nur 800x480 Pixel für all diejenigen Betriebssysteme, die nicht darauf abgestimmt sind.
Durch die kompakte Bauform und das geringe Gewicht von 300 Gramm passt der aigo MID in jede Westentasche. Durch die Intel Atom Technik verbraucht der aigo MID mit Durchschnittlich 2 bis 4 Watt extrem wenig Strom. Dieser geringe Stromverbrauch ermöglicht - trotz des mit 10 Wh recht kleinen und leichten Li-Polymer Akku - eine Laufzeit von 4 bis 5,5 Stunden, ein 2,5 Stunden langes Video geht sich gerade noch aus.
Der aigo wird zusammen mit einer schicken Schutztasche ausgeliefert, Kopfhörer sind dabei, liefern aber nur mäßige Qualität. Das darauf installierte MIDINUX Linux ist vielleicht für asiatische Kunden OK, aber für Europäer einfach nur Schrott. Die Hälfte der Programme ist nicht einmal ins Englische übersetzt, manche Tools gehen gar nicht, damit kann man einfach nicht arbeiten. Alternative Betriebssysteme gibt es kaum, die Ubuntu MID Editions sind einfach zu instabil und zu Aufwendig zum Installieren. Es bleibt nur Windows XP übrig, damit kann man das Potential des aigo MID besser ausnutzen und das GPS Modul aktivieren, aber es sind viele Hacks für die Installation nötig. Und am Ende funktioniert auch hier nicht alles, wie z.B. das WLAN-Modul. Support für Europa gibt es nicht, hier muss man sich an den jeweiligen Händler wenden oder einfach nach Hilfestellung in Internetforen oder Blogs suchen, die den aigo getestet haben.
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Kein Produkt hat uns einerseits so sehr begeistert und andererseits so sehr enttäuscht wie der aigo P8860 MID. Positiv ist das schöne Design, die gute Handhabung und das Display mit Touch. Aber die Software darauf macht einfach alles Gute wieder kaputt, denn sie kann nicht angepasst werden und ist kaum funktional, Features wie GPS sind zudem deaktiviert. Macht doch keinen Sinn so ein Produkt für Europa auf dem Markt zu bringen. Mit einem Preis ab 500 EUR ist der aigo zudem recht teuer, wenn man bedenkt dass eigentlich günstige Intel Atom-Technik zum Einsatz kommt. Die besten Netbooks kosten um die 400 EUR und können viel mehr, sind allerdings größer und schwerer. Aber wenn Europäer den aigo MID so einsetzen sollen wie er gerade ausgeliefert wird, erhalten sie mit einer Sony PSP die gleichen Funktionen zu einem deutlich günstigeren Preis. Selbst ein Apple iPhone eignet sich als Mobile Internet Device noch mehr als der aigo, da dort die Funktionen immerhin laufen, eine große Softwareauswahl zur Verfügung steht und in der Regel auch alles in deutscher Sprache übersetzt ist. Zudem kann man mit dem iPhone gleich telefonieren und es ist noch kleiner und mobiler. Allerdings ist der aigo MID ein vollwertiger tragbarer PC mit x86 Technik und ist mit gängigen PC-Programmen kompatibel, wenn man sich die Mühe macht das Gerät anzupassen und mit Windows XP auszustatten. Damit ließe sich ein super cooler und mobiler Arbeitsrechner schaffen, der in der Tat wie ein Laptop agiert und sogar GPS-Empfang erlaubt. In diesen Genuss sollten sich aber nur Freaks wagen, denn normale Kunden sollte man sich die Frage stellen, ob man letztendlich mit einem Apple iPhone, Nokia Internet Tablet oder das neue T-Mobile G1 Google Android Phone nicht glücklicher wäre.
[igor.c]

Hardware und Technik | Software und Service | Verarbeitung & Design Ergonomie Rechenleistung Grafikleistung Ausstattung Erweiterbarkeit Bildqualität Mobilität & Akkulaufzeit Lautstärke | ■■■■□ ■■■■□ ■□□□□ ■□□□□ ■■□□□ ■□□□□ ■■■■□ ■■■■■ ■■■■■ | Red Flag MIDINUX Ubuntu und Derivate Windows XP Lieferumfang Garantie & Service Preis | ■■□□□ ■□□□□ ■■■□□ ■■■■□ ■■■□□ ■■■□□ | | Pro | Kontra | + schönes Aussehen, gute Verarbeitung + leicht und klein + integrierte nutzbare Tastatur + Touchscreen | - teuer - wenige Schnittstellen - MIDINUX Betriebssystem nicht ausgereift | | Verbesserungsvorschläge | ● Linux Betriebssystem optimieren oder Kompatibilität für andere Linux Versionen gewährleisten ● Windows XP Einsatz vereinfachen ● mehr Speicherkapazität |

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