R2D2PC ist ein geräuschloser Router, der mit OpenBSD 3.8-stable betrieben wird. Der Rechner eignet sich sehr gut als Firewall, Router, MP3-Player, WLAN Accesspoint, WWW- und Datei-Server. Um einen nahezu geräuschlosen Betrieb zu ermöglichen, ist das komplette Betriebssystem auf einer 512MB CompactFlash-Karte installiert. Ich habe eine Bootdiskette für die OpenBSD-Installation verwendet und dabei die benötigten Pakete mit Hilfe eines lokalen FTP-Servers übertragen. Die mechanische Festplatte ist als /home gemountet und rotiert nur dann, wenn auf Benutzerdaten zugegriffen wird, oder wenn das System mit Hilfe des Sourcecodes neu kompiliert wird. Httpd, smtpd und alle weiteren Daemons werden völlig unabhängig von der mechanischen Festplatte betrieben. Ein mfs (Dateisystem im Hauptspeicher) ermöglicht das Abspielen von MP3-Dateien ohne dass die Festplatte dabei rotieren muss. Im Normalfall - bei geringer CPU-Auslastung - benötigt der Router ungefähr 20W.

Das R2D2PC-Gehäuse war ursprünglich ein Star Wars-Spielzeug mit einer Art Raumstation im Inneren. Alle überflüssigen Plastikteile habe ich mit Hilfe einer Zange und einer Feile entfernt. Auf dem Foto sieht man das Resultat.

Hier sind alle für den Router nötigen Einzelteile zu sehen. Auf dem Foto sind diese schon miteinander verkabelt. Die Teile 8)-10) habe ich erst nachträglich eingebaut.
1. Mainboard: VIA EPIA-CL6000 Mini ITX mit einem VIA EDEN 600Mhz lüfterlosen Prozessor
2. 256MB Infineon DDR-266 RAM CL2
3. SanDisk Ultra II 512MB CompactFlash-Karte
4. Samsung SV1203N - 120GB 5400U/min Ultra ATA-133 Festplatte
5. IDE-CompactFlash Adapter
6. Lüfterloses 60W Netzteil (extern)
7. 2 einfache Drucktaster für "An/Ausschalten" and "Reset"
8. Papst 412FM (40x40x10mm) Lüfter
9. Zalman Lüftersteuerung
10. Netgear MA311 WLAN PCI Apapter

Hier sind alle Komponenten in das Gehäuse eingebaut. Die Festplatte habe ich einfach mit Klebeband befestigt. Die blauen Gel-Pads sind gut geeignet, um die Abwärme der Bauteile abzuleiten. Ich hatte bisher noch keine Probleme mit der senkrechten Lage der Festplatte im laufenden Betrieb. Das Mainboard wird mit Hilfe von 4 Schaumstoff-Stützen fixiert. Die Gehäusegröße stellte sich als optimal für die verwendeten Komponenten heraus und der eigentliche Einbau war deshalb kein großes Problem.

Normalerweise benötigt der VIA EDEN Prozessor des EPIA CL6000 Mainboards keine aktive Kühlung. Ich habe jedoch bemerkt, dass die passiven Kühlkörper bei hoher CPU-Auslastung ziemlich heiss werden. Um die Lebensdauer der Komponenten zu erhöhen, habe ich mich letztendlich doch für eine aktive Kühllösung, in Form eines leisen regulierten Lüfters, entschieden. Ohne Lüftersteuerung wird die Lüfterlautstärke (laut Datenblatt) mit 19db(A) angegeben. Glücklicherweise lässt sich die Temperatur der Kühlkörper schon bei geringen Lüfterdrehzahlen deutlich senken, so dass der Lüfter mit der Zalman Lüftersteuerung kaum noch hörbar ist.
Der Drehknopf auf der Lüftersteuerung wird zur manuellen Kontrolle der Lüfterdrehzahl verwendet.
Die blauen Gel-Pads leiten die Hitze sehr gut ab. Ich habe bemerkt, dass dies sogar so gut funktioniert, dass sich das Gehäuse erhitzt und die Wärme somit besser an die Umgebungsluft abgegeben werden kann. Die damit einhergehende Vergrößerung der Oberfläche ist dabei vorteilhaft für den Wärmeaustausch.
Ich habe die Kühlung inzwischen weiter verbessert. Da ich derzeit keine Digitalkamera besitze, konnte ich leider noch keine neuen Fotos davon machen.

R2D2PC bei der "Arbeit". Es ist die Unterseite von R2D2PC zu sehen. Die 4 USB Ports, die 2 LAN Ports, der parallele und serielle Anschluss und der Monitor Adapter sind direkt zugänglich. Im Inneren des Gehäuses können noch eine PS/2-Maus, eine Tastatur und Lautsprecher angeschlossen werden. Aufgrund des Betriebs als Router benötige ich normalerweise nur die LAN ports und den Audio-Ausgang. Administriert wird R2D2PC mit Hilfe von OpenSSH.
Homepage des Autors: www.r2d2pc.com
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