
Wer schon einmal einen Tablet-PC gesehen hat, der weiß dass diese eher technisch ausgelegt sind und meist ohnehin für den industriellen Einsatz bzw. vertikale Märkte (Telekomunikation, Medizinischem Wesen, Business) entwickelt wurden. Wenn man jetzt mal von Convertibles absieht - die es auch günstig im Netbookformat gibt, sind Slates (also reine Tablets ohne Tastatur) sehr selten erhältlich und extrem teuer - Fujitsu (1800 EUR), Ads-Tec (4000 EUR), Motion Computing (2100 - 2800 EUR), Itronix (3800 EUR), Microport (6500 EUR), Paceblade (2100 - 3500 EUR) - auch weil sie oft wirklich für spezielle Industrieaufgaben oder für den medizinischen bzw. militärischen (Rugged-Versionen) Bereich gebaut sind. Aber auch mehr konsumerorientierte UMPCs (kleines Tablet) wie der Samsung Q1 Ultra kosten weit über 1000 EUR. Warum ist der Archos 9 gegenüber anderen Produkten quasi ein Schnäppchen und kostet unter 500? Die Antwort kann nicht wirklich beantwortet werden, denn auch andere Slates und UMPCs setzen auf die Intel Atom Technik und an der Verarbeitung kann es nicht liegen, denn der Archos zeigt sich hier von der besten Seite. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Ausrichtung des Herstellers. Alle anderen Marken produzieren nur für die Industrie oder das B2B Segment, Archos dagegen hat mit dem Archos 9 ein reines Consumerprodukt auf dem Markt geworfen und liegt damit derzeit noch völlig alleine, denn das Apple iPad ist noch nicht erhältlich und wird zudem mehr kosten. Die Verarbeitung des Kunststoffgehäuses vom Archos 9 ist wie bereits erwähnt hervorragend, verblüffend ist die dünne Bauweise von gerade mal 1,7 cm und das niedrige Gewicht von 800 Gramm. Damit lässt sich der Archos gut in der Hand halten und führt nicht zu Ermüdungen. Am Tisch kann man den Archos 9 mit einem kleinen Standfuß fast senkrecht aufstellen. Der Standfuß lässt sich aber nur schwer herausklappen und ist sehr fest eingerastet. Hierfür braucht man feste Fingernägel, trotzdem riskiert man sich dabei einen Nagel abzubrechen und deshalb greift man besser zu einem Kugelschreiber. Das Standbein ist für den normalen Gebrauch ausreichend stabil, hält jedoch nicht viel Druck aus, weshalb man doch vorsichtig sein sollte.
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Wegen der sehr dünnen Bauweise verfügt der Archos 9 pctablet nicht über viele Schnittstellen: einen USB-Port, einen kombinierten Audio Ein- bzw. Ausgang und einen Erweiterungs-Port, für den es aber noch keine Docking-Station gibt. In dieser Hinsicht ist der Archos 9 sehr spartanisch ausgestattet, da bieten sogar kleinere UMPCs mehr. Definitiv fehlt ein zweiter USB-Port, ein Mini-USB Port um direkt Daten von PC auf dem Archos Tablet zu übertragen und ein SD-Karten Slot. Die integrierte 1,3 Mpixel Webcam kann dunkle Lichtverhältnisse gut ausgleichen, hat aber ein Problem das Gesicht des Nutzers scharf zu stellen (zumindest in unserem Test). Im Freien dagegen kann die Kamera den starken Lichtkontrast nicht kompensieren. Generell sieht der Gesprächspartner den Archos Nutzer immer von einer Seite, da die Kamera nicht mittig platziert ist. Die eingebauten Lautsprecher reichen aus um Musik und Videos her zu zeigen, definitiv wird aber ein Kopfhörer empfohlen um multimediale Inhalte zu genießen. Der Sound ist zwar Stereo und für so ein kleines Gerät akzeptable und ausreichend, aber auch nicht besonders laut.

Der Archos 9 kommt typisch für ein Slate ohne einw Tastatur, sondern mit einem resistiven TouchScreen aus (nicht Multi-Touch fähig), und genau das ist vielleicht für viele potentielle Kunden die größte Hürde. Und diese Hürde beginnt schon beim ersten Hochfahren des Systems, wo man es erstmals einrichten muss, natürlich nur via TouchScreen (der Anfangs auch nicht wirklich kalibriert ist). Zudem muss man einen Benutzernamen definieren und ein Passwort eingeben, das nur mit Hilfe der Bildschirmtastatur erfolgen kann (lässt sich über die Tastaturtaste an der linken Seite aktivieren). Wenn einmal Winodws läuft und der Touchpad kalibriert wurde, lässt sich das System ausreichend bedienen, wobei der Touchscreen nicht sehr genau ist. Kleine Icons erreicht man damit nur schwer und zum Tippen von E-Mails eignet sich die schwarze Bildschirmtastatur von Archos nur bedingt, da sie nicht sensibel reagiert und zudem im QWERTZ Format (englisches Layout) ist und man sich deshalb erst umgewöhnen muss. Um Webseiten aufzurufen reicht Sie aber aus, für Texte schreiben sollte man sich eine kompakte USB-Tastatur besorgen - am besten aufrollbar um wenig Platz zu benötigen. Etwas genauer lässt sich mit dem mitgelieferten Stift arbeiten, der aber sehr dünn ist und sich deshalb arg durchbiegt, bei etwas mehr Druck. Wem der Touchscreen nicht zusagt, kann mit Hilfe eines optischen Mausersatzes genauer navigieren. Die Mausersatztasten sind links platziert, die man auch bei Nutzung des TouchScreen braucht.
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