

Da das Gehäuse des Celux Micro nicht so extrem klein ist wie andere Nettops, geht es nicht so eng zu. Dennoch ist nicht viel Spielraum vorhanden, da viele Kabel vorhanden sind und auch das Heat-Pipe-Kühlsystem seinen Platz benötigt. Ganz oben auf einer Trägerplatte sind die Festplatte und das optische Laufwerk montiert. Celux EDV bietet hier verschiedene Varianten an. Bei den Notebook Festplatten kann man zwischen 320 und 500 GB wählen, optional sind 128 oder 256 GB SSDs (Solid State Drives) möglich, die zwar absolut leise, aber noch sehr teuer sind. Die eingebauten Western Digital Notebook Festplatten hört man deutlich, allerdings ist sie auch die einzige Komponente, die Geräusche erzeugt. Lüfter gibt es ja sonst keine. Theoretisch ließen sich von der Höhe auch 3,5" Desktop-Festplatten mit deutlich höherer Kapazität einsetzen, wobei diese auch mehr Strom benötigen. Die Montage der Komponenten ist recht kompliziert und sollte nicht vom Endkunden durchgeführt werden, da man hier einen Garantieverlust riskiert, auch weil die Heatpipes des Kühlsystems empfindlich sind, dabei Wärmeleitflüssigkeit austreten und dünnflüssige Wärmeleitpaste von den Kühlblöcken auf das Mainboard gelangen könnte.


Celux EDV verwendet für den Micro ION das brandneue Inno3D INAI-V-D Mini-ITX Mainboard, das laut Hersteller erst im Dezember nach Europa kommen soll. Celux hat es aber bereits jetzt exklusiv im Einsatz, zum aktuellen Zeitpunkt ist aber nicht klar ob Celux das Mainboard auch einzeln verkaufen wird. Das Mainboard ist direkt mit einem DC/DC Stromwandler ausgestattet und kann daher ohne weitere Bausteine mit dem externen 19 Volt Netzteil betrieben werden. Die Stromversorgung der Laufwerke erfolgt direkt vom Mainboard aus über den eigenen Molex-Stromstecker. Insgesamt 3x S-ATA Ports sind vorhanden, zwei werden von den eingebauten Laufwerken belegt, eines könnte noch verwendet werden wenn man eine zweite Festplatte einbaut, die locker im Gehäuse noch platz hätte. Der Mini-PCI-E 1x Slot ist mit einem 300 Mbit/s AzureWave AW-NE771 WLAN-N Modul ausgestattet, sodass der Celux Micro frei im Raum gestellt werden kann und kein Netzwerkkabel benötigt, wenn man einen WLAN-Router besitzt. Allerdings wird nur eine Antenne nach Außen angeschlossen, der zweiten Antennenanschluss liegt frei, Celux solle diesen noch mit dem Aluminiumgehäuse verbinden und dieses als Antenne mitnutzen. Damit ließe sich die Empfangs- und Sendeleistung deutlich steigern. Speichermäßig werden im Celux Micro jeweils zwei DDR2-800 Module von Kingston im Dual-Channel Mode eingesetzt, entweder in der Variante 2x 1 GB oder 2x 2 GB. Für den Einsatz von Windows Vista als Media-Center-PC sind zwar 4 GB super, allerdings kann Vista mit 32 bit nur maximal 3 GB verwalten, der zusätzliche Gigabyte Speicher geht deshalb verloren. Bei 4 GB sollte man daher bei Celux die Installation der 64 bit Variante von Windows Vista oder Windows 7 beantragen, um das volle Potential auszunutzen.

Das Herzstück des Celux Micro ION bildet ein Intel Atom 330 Dual-Core Prozessor mit Diamondville Kern und 2x 1,6 GHz Taktfrequenz. Damit ist der Celux Micro neben Acer und ASUS einer der wenigen am Markt erhältlichen NVIDIA Ion Mini-PCs mit einer Dual-Core CPU. Gegenüber den bisherigen Single-Core Nettops mit Ion wie den Acer Aspire R3600 Revo hat die Dual-Core Version viel mehr Spielraum, besonders dann wenn ein performancehungriges Betriebssystem wie Windows Vista eingesetzt wird das viele Hintergrundprozesse am laufen hat. Der Acer Aspire R3600 Revo zeigte im Test deutlich, dass eine Single-Core CPU dafür nicht geeignet ist, Programme kommen deshalb schneller ins Stocken. Das neue Windows 7 ist hier deutlich die besser Lösung. Zudem hat der Intel Atom 330 Dual-Core Prozessor den Vorteil, dass er dank Hyper-Threading wie ein Vierkerner agiert und mehr Prozesse parallel abarbeiten kann. Beim Stromsparen ist der Intel Atom zudem ein richtiger Künstler und kommt mit einem TDP-Wert von 8 Watt aus. Diese 8 Watt Verlustleistung können über die passive Kühleinheit locker abgeführt werden. Beim Chipsatz wird im Vergleich zu früheren Nettops oder Mini-ITX Mainboards mit Intel Atom nicht der stromhungrige Intel 945GC verwendet, sondern der seit Frühling verfügbare neue NVIDIA MCP7A-ION Chipsatz, der nicht nur 20 Watt weniger Strom benötigt und sich damit leichter kühlen lässt, sondern gleichzeitig mit der integrierten GeForce 9400M G Grafikeinheit eine zwischen 5 und 10x so hohe Grafikleistung erzielt, die sogar das Spielen erlaubt. Der NVIDIA GeForce 9400M G Grafikchip verfügt über 16 Stream-Prozessoren, die mit 450 MHz getaktet sind, ist DirectX 10 fähig und somit Windows Vista / Windows 7 Premium und Blu-ray zertifiziert. Er unterstützt Shader Model 4 und kann durch den NVIDIA VP3 Video Prozessor HD-Videos so drastisch hardwarebeschleunigen, dass die CPU kaum noch mitrechnen muss. Blu-ray Videos sind daher auf dem Celux Micro ION flüssig, wenn man einen Videoplayer wie den Cyberlink PowerDVD oder den Media Player Classic nutzt. Über die NVIDIA PhysX Engine können physikalische Simulationen von der Grafikeinheit statt von der CPU berechnet werden. Diese Technik wird heutzutage nicht nur bei wissenschaftlichen Anwendungen, sondern auch in Spiele wie Age of Empires III, Die Siedler, Gears of Wars, Ghotic 3 und Unreal Tournament eingesetzt. Allerdings handelt es sich beim ION Grafikprozessor nur um eine Standard-Lösung, die nicht für höchste Berechnungen ausgelegt ist. Normale Grafikkarten haben 48 bis 128 Streaming-Kerne, ein großer Unterschied zu den 16 vom GeForce 9400M G. Eine weitere Technik die die vielen Kerne der Grafikeinheit ausnutzt ist CUDA, mit der Standard-Berechnungen durch die GPU beschleunigt werden. Anfangs waren es hauptsächlich mathematische Programme die CUDA nutzten, mittlerweile sind jedoch auch eine Menge an Anwendungen vorhanden, die auch im Grafik- und Multimediaumfeld genutzt werden. Die Liste ist mit Adobe Photoshop CS2, Cyberlink PowerDVD 9, PowerDirector7 und MediaShow Espresso, Badaboom Video Converter, Nero Move ist schon groß, wird in Zukunft sicher noch zunehmen da diese Technik ein Vielfaches der reinen CPU-Leistung erreicht. Beim Video Konverter Badaboom merkt man jedoch, dass die reine GPU-Leistung nicht besser als die reine CPU-Leistung ist. Badaboom nutzt nämlich nur die Grafikeinheit und braucht deshalb zum konvertieren von einem HD-Video mehr als die CPU. Besser ist die CUDA-Implementierung in Media-Show Espresso, der die Rechenkraft von CPU und GPU kombiniert und somit HD-Videos am schnellsten umwandelt. Damit lassen sich ganze Filme in weniger als einer Stunde ins platzsparende H.264 Format umwandeln. Die Atom CPU würde alleine deutlich mehr benötigen.


Der Celux Micro ION ist mit einem speziellen Kühlsystem versehen. Sogenannte Heatpipes, Kupferrohre die mit einer Kühlflüssigkeit gefüllt sind, verbinden die Aluminium-Kühlblocks auf der CPU und dem Chipsatz mit den Kühlrippen des Gehäuses. Die Kühlflüssigkeit wird am heißesten Ort erhitzt, verdampft und wandert gen kühlere Regionen und transportiert damit effektiv die (ohnehin geringe) Hitze von CPU und Chipsatz zum großen Aluminiumkühler. Dabei ist kein einziger Lüfter nötig, weshalb der Celux Micro (bis auf Ausnahme der Festplatte) absolut leise ist. Auch die Kühlrippen außen wurden gerade mal handwarm. Im Testsystem waren die Heatpipes allerdings nicht sehr ordentlich gebogen und wurden wohl gequetscht. Hier sollte Celux sorgfältiger damit umgehen und eine Heatpipe-Biegezange verwenden.
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