
Jedes mal wenn ein Desktop Prozessor auf so einem kleinen Mainboard eingesetzt werden soll, dann schlägt einem das eigene Herz wesentlich schneller. Erst recht dann, wenn man weiß, dass es sich um einen Boliden für Core 2 Duo und Core 2 Quad Prozessoren handelt. So viel geballte Leistung auf so einer kleinen Fläche ist einfach sensationell.
Das Portwell WADE-8056 misst nur 17 x 17 cm, kann es aber mit vielen normalen ATX Mainboards locker aufnehmen, wenn es um die Leistung geht. Der große CPU-Sockel und der entsprechende Kühler nehmen viel Platz weg, deshalb ist das Mainboard auch auf der Unterseite mit Komponenten bestückt. Wie für Mini-ITX Mainboards üblich, wird es im teuren 6-Layer Verfahren produziert.
Bei den Anschlüssen für die ATX-Blende hat sich Portwell extrem zurückgehalten und nur das Minimalste eingebaut. Es hat insgesamt zwei PS/2 für Maus und Tastatur, einen seriellen Anschluss, einen analogen VGA Ausgang, nur zwei USB und LAN. Für Audio gibt es nur die Standardports. Das macht deutlich, dass das Produkt wesentlich für die Industrie konzipiert worden ist und man auf teure Schnittstellen verzichten konnte. Für Privatanwender empfiehlt es sich, eventuell auf die besseren Versionen WADE-8156 und WADE-8556 zurückzugreifen.

Die Anschlüsse an der ATX-Blende hat Commell quasi voll ausgenutzt, auch wenn die Schnittstellen mehr für den industriellen als für den Privateinsatz gedacht sind. Das Mainboard hat zwei PS/2 Anschlüsse für Maus und Tastatur, zwei COM Anschlüsse und einen VGA Ausgang. Ein DVI ist nicht vorhanden, stattdessen ein LVDS direkt an der Platine. Gut sind die beiden Gigabit LAN Ports und die vier USB Schnittstellen. Vier weitere USB können direkt am Mainboard mittels Adapter angesteckt werden.
Wegen des geringen Stromverbrauches verzichtet das Commell LV-681 auf eine komplizierte Stromversorgung, hier reicht ein ganz normales ATX Netzteil mit 20 Pins aus. Das Board verbrauchte maximal 90W.
Da Onboard eine ATI Grafik integriert ist, kann man auf einen PCI-Express Slot wohl verzichten, wenn man damit nicht unbedingt spielen möchte. Besser gesagt, man muss hier verzichten denn das Commell LV-681 hat nur einen normalen PCI, dafür aber einen Mini-PCI in den man z.B. einen TV-Tuner oder WLAN Modul einsetzen kann. Zwischen Mini-PCI und PCI Slot befinden sich 2x S-ATA Anschlüsse für die Festplatten, Raid ist auch möglich. Für das CD-DVD Laufwerk ist ein eigener P-ATA Anschluss vorgesehen.
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Passend zur mobilen Plattform wird am Mainboard auch Speicher aus Notebooks eingesetzt. Da der Preis in etwa gleich ist hat es kaum einen Nachteil. Nur die maximale Speicherkapazität ist auf maximal 2 GB beschränkt, praktisch 2x 1GB SO-DDR2-800. Ein Modul wird auf der Ober-, eines auf der Unterseite des Mainboards eingebaut. Auf der Unterseite befindet sich auch ein Compact Flash Card Reader. Er ist nicht Hot-Plug fähig, daher werden CF Karten im laufenden Betrieb nicht erkannt. Im BIOS kann man aber die CF Karte als Festplattenersatz einstellen und somit auf jegliche Festplatten verzichten.

Dieses Mainboard ist ganz speziell, denn es ist das erste Mini-ITX Mainboard mit Sockel S1 für mobile Prozessoren. Womöglich ist es überhaupt das erste Desktop Mainboard mit S1 Sockel, das am Markt erhältlich ist. Es unterstützt die neuen Turion64 X2 Prozessoren und ist auch zu den günstigeren Turion64 und Mobile Sempron Prozessoren abwärtskompatibel, solange sie für Sockel S1 sind.
Der AMD Turion64 ist leider ein Prozessor, der sich nicht über eine Erfolgsgeschichte wie der Konkurrent Intel Pentium M und Core Duo rühmen kann. Einerseits liegt es sicher auch daran, dass Intel die Werbetrommel besser durchgezogen hat als AMD, dass das Marketing besser war, aber auch an der Akzeptanz der Notebookhersteller, denn viele setzten ausschließlich Intel Prozessoren ein und haben gar keine AMD Notebooks im Angebot. Zudem musste sich der Turion vom Intel Rivalen sehr oft geschlagen geben. Dies alles führte wohl dazu, dass der Turion Prozessor kaum verbreitet ist. Noch schwieriger wird es, Turion64 Prozessoren über dem Retail-Markt zu erwerben, denn AMD hat irgendwie eine exklusive OEM Politik, sprich nur die Notebookbauer erhalten die Prozessoren. Große Versandhäuser wie Alternate bieten den Prozessor gar nicht an, nur spezialisierte Shops haben ihn. Und dann auch nur eine kleine Auswahl. Bisher gab es ja auch kein einziges Desktop-Mainboard für den Turion64, entsprechend gering ist halt die Nachfrage.
Der neue Turion64 X2 hat zwei Prozessorkerne und ist interessanterweise kein Derivat vom Turion64, sondern direkt vom neuen AMD Athlon64 X2 mit K9 Kern. Wie der Athlon64 X2 ist der Speicherkontroller direkt in der CPU integriert, sie besitzt einen FSB von 800 MHz und entsprechenden HyperTransportBus mit 1600 MHz. Der Stromverbrauch liegt in etwa gleich auf mit Intel Core 2 Duo Prozessoren, bei der Rechenleistung ist er schwächer als ein Intel Core 2 Duo. Der Preis der Turion64 X2 Prozessoren kann schwer eingeschätzt werden, da unser Testexemplar, ein Turion64 X2 TL-60 in keiner Preissuchmaschine gelistet ist. Der Preis des kleineren Modells TL-56 variiert zwischen 140 EUR beim spezialisierten Shop bis hin zu 290 EUR bei Amazon, vermutlich ist er aber etwas günstiger als ein gleich getakteter Intel Prozessor. Der Turion64 X2 unterstützt folgende Erweiterungen: MMX, Extended 3DNow!, SSE, SSE2, SSE3, AMD64, PowerNow!, NX-Bit und AMD-V. PowerNow! ist die Stromparfunktion (Vergleichbar mit Cool'n'Quite beim Athlon64 oder Enhanced Speedstep beim Intel Core 2 Duo) des Turion64. Sie reduziert die Taktfrequenz auf 800 MHz und die Kernspannung 0,8 V statt der normalen 1,1V.
Die Einkernversion des Turion64 ist ein Derivat vom Athlon64 mit K8L Kern. Ausschließlich der Turion64 X2 (Codenamen Richmond) ist mit dem Sockel S1 kompatibel. Die Taktraten der Turion64 MK-Serie liegt bei 2 und 2,2 GHz.
Beim Mobile Sempron, dem Low-Budget Derivat von AMD der auf der K8-Technik vom Turion64 basiert, sind gewisse Funktionen deaktiviert und er hat einen kleineren Cache. Vor allem fehlt ihm die 64bit Erweiterung, weshalb kein 64bit Betriebssystem verwendet werden kann. Die Auswahl ist aber etwas größer und reicht vom Modell mit 1,6 bis 2,2 GHz.
Beim Chipsatz herrscht im Netz absolute Unklarheit über die richtige Bezeichnung. Die Chipsatzkombination lautet unter dem Namen AMD/ATI Radeon Xpress 1150 und ist der Nachfolger des Xpress M200, der früher oft in Notebooks verwendet wurde. Die Northbridge besteht aus dem ATI RS485M und die Southbridge aus dem ATI SB460. Diese Chipsatzkombination wird normalerweise in Notebooks verwendet, doch auch bei Desktop Mainboards von MSI, Saphire, ECS wurde der Chip bereits 2006 für AMD Athlon64 X2 Prozessoren verwendet. Das war noch bevor AMD den Grafikspezialisten ATI aufkaufte und dann den 690G Chipsatz fertigte. Der Radeon Xpress 1150 gehörte zudem zum AMD Live! Konzept und war bereits damals Windows Vista kompatibel. Die 3D Beschleunigung und HD-Audio waren einige Features davon. MSI setzt den Chipsatz besonders beim legendären Subnotebook MSI S271 ein.
Im Radeon Xpress 1150 ist der ATI Mobility Radeon X300 Grafikchip integriert, der von der Leistung besonders bei DirectX etwas schneller als der Intel GMA 950 (aus dem Intel 945GM Chipsatz) ist. Er ist DirectX 9 und Shader Model 2.0 kompatibel. Allerdings ist der Grafikchip beim Commell LV-681 nur mit 300 statt den üblichen 350 MHz getaktet. Daher ist nicht ganz klar, ob es sich nicht doch um die ATI Radeon Xpress 1100 Serie handelt.
Der Distributor Spectra hat uns gleich den passenden Kühlkörper mitgeliefert. Es handelt sich dabei um einen Low-Profile Aluminiumkühler der nur 1,5 cm hoch ist. Zusammen mit dem 1cm Lüfter kommt der ganze Kühlblock auf gerade mal 2,5 cm und ist somit nicht höher als die Anschlüsse auf der Rückseite. Das ist ideal, um das System in einem 1U Serverrack oder in einem sehr kleinen Gehäuse unterzubringen. Da der Lüfter einen Durchmesser von 60mm hat, ist er nicht so laut wie die kleinen 40mm Lüfter. Allerdings hat es Commell versäumt, eine Smart-Fan Funktion zu integrieren, die den Lüfter herunterdrosselt. Dadurch erzeugt er konstant einen Lärmpegel von 40 dBA. Problematisch war auch die Temperatur beim Burn-In Test. 72° Wärme im CPU-Kern ist zwar noch innerhalb der Spezifikationen, doch aber schon sehr hoch. Die Montage des Kühlers ist nicht so einfach, da man Schrauben durch die Bohrungen setzt und gleichzeitig die passenden Schraubmuttern auf der Rückseite einsetzen muss. Eventuell kann aber auch ein normaler Kühlersockel integriert werden.
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