
Das Compaq Mini 311c ist erstaunlich dünn gebaut und erinnert von der Form an die ASUS Seashell Netbooks. Obwohl der Hersteller HP hier kein gebürstetes Alugehäuse verwendet, wurde das Kunststoffchassis gut und stabil verarbeitet, die Farbkombination aus Silber und schwarz ist gelungen und das Karomuster am Displaydeckel wertet das Produkt optisch auf. Fingerabdrücke sind aber gut sichtbar.
Durch die besonders flache Bauweise liegen die Handballen angenehm tief und man verkrampft nicht beim Tippen am Netbook. HP setzt zwar wieder große konkave 18x17 mm Tasten ein, allerdings ist die Ergonomie nicht so gut wie bei den 11,6" Netbooks von Acer und Lenovo. Hier hat HP umsonst Platz auf der Seite verschenkt. Dafür glänzt das lang gezogene Touchpad mit richtigem Zwei-Finger-Multitouch. Der Lüfter ist zwar immer an, in der Regel aber leise.
HP verschenkt wie auch die anderen Hersteller von NVIDIA Ion Netbooks Leistung, indem nur die älteren Atom Prozessoren mit niedrigem FSB eingesetzt werden. Typisch für Netbooks sind Anwendungen wie Office und Internet, doch durch den integrierten GeForce 9400M Grafikprozessor im ION Chipsatz kann man damit sogar spielen. Dabei schneidet das Compaq Mini 311c deutlich besser ab als das Samsung N510 und Lenovo S12, die teils grobe Mängel aufwiesen. Allerdings lässt sich am Compaq Netbook trotz aktuellster NVIDIA Treiber die Hardwarebeschleunigung für HD-Videos nicht aktivieren, sodass diese größtenteils nicht flüssig sind. Die Ausstattung mit 1 GB RAM und 160 GB Festplatte ist Standard, dafür kostet das Compaq 311c recht wenig. Festplatte und Speicher kann man aber leicht aufrüsten, mit 2 GB RAM laufen Spiele noch besser. Das Compaq Mini verfügt über 3 USB Ports, einen Card Reader und einen digitalen HDMI und VGA Videoausgang, die sogar gleichzeitig zwei externe Bildschirme ansteuern können. Der einzige Audioanschluss kann nur entweder für Kopfhörer oder Mikrophon genutzt werden. Die Webcam ist durchwegs gut, die Altec Lansing Lautsprecher können aber nicht die höheren Erwartungen erfüllen und sind auch nicht so laut wie die Lautsprecher früherer HP Netbooks.
Der Bildschirm des Compaq Mini 311c überzeugt durch seine hohe Auflösung und schöne Farbdarstellung, kann aber nur eine mittelmäßige Helligkeit aufweisen und eignet sich deshalb nicht für den Außeneinsatz, auch weil das Display durch die Glare-Type Technik stark spiegelt.
Das Compaq 311c ist kompakt gebaut und mit 1,46 kg leicht zum mitnehmen, der Akku hält dabei überraschend lange durch: 7,5 Stunden ohne WLAN, 5,5 Stunden mit WLAN und über 4 Stunden bei Videos. Damit ist das Compaq Mini 311c das NVIDIA Ion Netbook mit der längsten (deutlich längeren) Akkulaufzeit. Gut ist auch die kurze Ladezeit für den Akku.
Viel gibt HP im Paket nicht mit, da findet man nur eine Kurzanleitung und Garantieinfos, aber kein eigenes Handbuch oder eine Original-CD. Das vorinstallierte Betriebssystem arbeitet zwar schnell, braucht jedoch ewig zum Hochfahren.
Das Compaq Mini 311c von HP ist das günstigste 11,6 Zoll NVIDIA Ion Netbook mit der längsten Akkulaufzeit und der besten 3D- und Systemperformance. Doch auch das Compaq Mini ist nicht ohne Fehler, denn hier lässt sich die Hardwarebeschleunigung nicht aktivieren, sodass HD-Videos nicht laufen. Irgendwie scheint NVIDIA Ion noch nicht so Rund auf Netbooks zu laufen, der Grund wohl warum so wenige Hersteller sich damit überhaupt trauen, was sehr schade ist. Verblüfft hat beim HP aber die dünne Bauweise und ergonomische Bauform, wobei die Tastatur besser und größer hätte sein können.
[igor.c]

Hardware und Technik | Software und Service | Verarbeitung, Design Ergonomie, Lautstärke Rechenleistung Grafikleistung Ausstattung, Aufrüstbarkeit Bildqualität Mobilität, Akkulaufzeit | ■■■■■ ■■■■□ ■■■□□ ■■■■□ ■■■□□ ■■■■□ ■■■■■ | Windows XP Lieferumfang Garantie, Service Preis | ■■■■□ ■■■□□ ■■■□□ ■■■■■ | | Pro | Kontra | + dünne Bauweise, gute Verarbeitung, attraktives Design + Dual-Screen mit HDMI + VGA möglich + gute tastatur + Zwei-Finger-Multitouch Touchpad + bessere 3D- und Systemleistung als bei der Konkurrenz + lange Akkulaufzeit | - nur kombinierten Anschluss für Kopfhörer und Mikrophon - nur veralteter Atom N270 Prozessor - Hardwarebeschleunigung lässt sich nicht aktivieren | | Verbesserungsvorschläge | ● lautere Lautsprecher ● größere Tastatatur ● NVIDIA Treiber besser anpassen bzw. Fehler beheben |

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