

Das Layout des Intel D945GCLF ist sehr übersichtlich. Im Vergleich zu anderen Mini-ITX Mainboards fällt auf, dass hier eher wenig Chips vorhanden sind. So wurden auf der Unterseite gar keine Komponenten verbaut, was natürlich gut für die Montage in allen Gehäusen ist. Auch auf der Oberseite ist nur das nötigste vorhanden. Das PCB ist im Intel typischen grün gehalten und die Fertigung sollte eine 4-Lagen-Technik sein (die meisten Mini-ITX Mainboards haben bis zu 6 Lagen). Im Vergleich zu den Vorgängern D201GLY2(A) und D201GLY (links im Bild) hat sich am Layout fast nichts geändert.
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So sitzen die Slots, Prozessor und Chipsatz genau an der selben Stelle wie früher. Lediglich die Position des ATX Anschlusses hat sich verändert, der nun bei den S-ATA und P-ATA Anschlüssen, weit entfernt von der I/O Blende sitzt und damit die Kabelverlegung einfacher macht. Intel bezeichnet die neuen Mini-ITX Mainboards nun auch offiziell als Mini-ITX Mainboards und nicht, wie bei den Vorgängermodellen, als Micro-ATX Mainboards mit minimal abweichender Größe vom Mini-ITX Formfaktor.


An der I/O Blende befinden sich die wichtigsten Anschlüsse, die ein PC heutzutage benötigt: so findet man VGA, 4x USB 2.0, eine 100 Mbit LAN-Schnittstelle, drei Audiobuchsen für Mikrofon, Kopfhörer und Audio-In sowie mittlerweile fast veraltete Anschlüsse wie serielle und parallele Schnittstelle und zwei PS/2 Buchsen. Seriell und Parallel-Anschluss sind heutzutage höchstens noch in der Industrie von Interesse, doch als reines Industrie-Mainboard kann man das D945GCLF nicht wirklich bezeichnen. Als Arbeitsspeicher kann man maximal ein 2 GB DDR2-667 Modul einsetzen, auch erweitern lässt sich das Mainboard über den einen PCI-Slot nur begrenzt. Immerhin kann man insgesamt vier Laufwerke über die zwei S-ATA Anschlüsse und einem P-ATA (2 Geräte) verbinden. Dass es sich bei diesem Board um Low-Cost und auch weniger um Industrie handelt, merkt man letztlich auch an den verfügbaren internen Anschlüssen (Pin-header). So sind lediglich ein weiterer USB Anschluss und eine Audio-Schnittstelle via Pin-Header verfügbar.
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Der auf dem Mainboard verbaute Realtek ALC662 Audio Chip ermöglicht theoretisch 6-Kanal-Sound (5.1), laut Intel wird auf dem D945GCLF aber nur 2-Kanal-Sound unterstützt. Er wurde für Windows Vista Desktop und Mobile PCs entwickelt, seine Performance und Funktionalitäten erfüllen die MS Windows Vista Premium Anforderungen (WLP 3.08), allerdings nicht die Windows Logo Anforderungen (WLP 3.10, vom ALC663 unterstützt). Er stellt also eine vollintegrierte Audiolösung für Multimedia PC Systeme dar. Da es sich bei dem Intel D945GCLF um ein Low-Cost Board handelt, ist kein SPDIF Anschluss vorhanden, auch wenn dieser vom Chipsatz unterstützt würde. Der 10/100 Mbit LAN Controller stammt auch von Realtek und ist über PCI Express angebunden. Der Datendurchsatz hierüber ist in Ordnung, wir haben eine mittlere Datentransferrate von rund 6,4 MB/s gemessen.

Als Prozessor kommt hier ein Intel Atom 230 Prozessor zum Einsatz, der fest auf dem Mainboard verlötet ist. Die Intel Centrino Atom Prozessortechnologie hatte auf der CeBIT für großes Aufsehen gesorgt und war garantiert eines der wichtigsten Themen der Leitmesse. Allerdings gehört das D945GCLF nicht wirklich zur Intel Centrino Atom Prozessortechnologie, denn diese beschreibt ein Komplettpaket aus Intel Atom Prozessor (Z500, Z510, Z520, Z530 oder Z540, Codename Silverthorne), Intel System-Controllor-Hub (UL11L, US15L oder US15W, Codename Poulsbo) und entsprechenden Funktechniken (WiFi, 3G oder WiMAX). Auf dem D945GCLF befindet sich jedoch der Intel Atom 230 Prozessor (Codename Diamondville), dem ein Intel 945GC Chipsatz und eine ICH7 Southbridge zur Seite steht. Dieses Paket war bisher auch unter dem Codenamen Shelton 08 bekannt. Angeblich kostet der Atom 230 nur 29 US-Dollar, da das Mainboard hier komplett von Intel intern gefertigt wird, liegt der tatsächliche Prozessorpreis sicher noch niedriger. Von den Spezifikationen her entspricht der Atom 230 dem Atom Z530. So stimmen etwa die Taktfrequenz (1,6 GHz), der FSB (533 MHz) und L2-Cache-Größe (512 kB) überein. Das von Intel Pentium 4 Zeiten bekannte Hyper-Threading unterstützt der hier verbaute Atom 230 ebenso wie der Atom Z530. Informationen über den Intel Atom 230 sind nur schwer zu finden, da Intel diesbezüglich noch keine ausführlichen Informationen veröffentlicht hat. Auch wenn CPU-Z bei dem hier vorliegenden Modell den Codenamen Silverthorne anzeigt, handelt es sich um einen Diamondville-Kern, der laut Intel ein Derivat des Silverthorne ist. Da die technischen Daten des Atom 230 deckungsgleich mit denen eines Z530 sind, vermuten wir, dass der Unterschied beider CPUs lediglich in der TDP (Thermal Design Power, maximale Verlustleistung) liegt. Prozessoren werden nach ihrem recht langem Herstellungsprozess vom Prozessorhersteller auf ihre Funktion und Spezifikationen ausführlich überprüft und erst dann mithilfe der somit gewonnenen Eigenschaften spezifiziert und als entsprechende CPU in den Handel gegeben. In der Halbleiterbranche ist es also üblich, dass Prozessoren erst nach ihrer Fertigung spezifiziert werden. Dieser Vorgang erhöht die Ausbeute erheblich, Prozessoren mit guten elektrischen Eigenschaften werden als teure Modelle mit hoher Taktfrequenz und ggf. niedriger TDP verkauft, die mit schlechten Eigenschaften als günstigere Modelle mit niedrigerer Taktfrequenz oder hoher TDP. Unbestätigten Angaben zufolge besitzt der hier verbaute Atom 230 eine TDP von 4 Watt. Somit ist es nach wie vor möglich, dass der Prozessor durch einen kleinen Kühlkörper passiv gekühlt wird.
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Bei den Chipsätzen handelt es sich wohl entweder um Restbestände oder ältere Produktionslinien, denn aktuelle Produkte werden meist mit 965er oder noch neueren Chipsätzen ausgeliefert. Gegenüber der für das "Centrino Atom" Label benötigten Chipsatzvariante "Poulsbo" verbraucht der 945er Chipsatz zumindest mehr Strom, wie er sich performance-technisch gegen diesen schlägt, bleibt abzuwarten. Da Intel über die Poulsbo Chipsätze bereits einiges erzählt hat, lässt sich zusammenfassend sagen, dass ein Poulsbo gegenüber dem 945GC auch weniger Features besitzt (maximal 1GB DDR2 Speicher, kein SATA Adapter, maximale Auflösung 1366x768 bzw. 1280x1024). Die hier integrierte Grafik ist wie beim 945er Chipsatz üblich eine Intel GMA950, wodurch DirectX 9 und Windows Vista Kompatibilität gewährleistet ist. Interessanterweise hat Intel dem Chipsatz auf dem D945GCLF einen aktiven Kühler spendiert. Damit sieht jetzt vom Kühler her der Chipsatz eher nach CPU aus. Wahrscheinlich hat man aus den Vorgängermodellen gelernt, wo die passiv gekühlte Celeron CPU und auch der Chipsatz viel zu heiß wurde und es viel Kritik gab. Bei vielen anderen Mini-ITX Mainboards mit 945er Chipsatz wird dieser nicht aktiv gekühlt. Doch gerade durch den nun sehr groß geratenen Chipsatzkühler passt das D945GCLF leider nicht mehr in alle Mini-ITX Gehäuse. Besser wäre hier ein großflächiger passiver Kühlkörper für CPU und Chipsatz gewesen. Natürlich haben wir es nicht unversucht gelassen, und den Lüfter des Chipsatzkühlers deaktiviert. Dabei ist das Überwachen der Temperaturen alles andere als einfach, denn fast jedes Tool zum Auslesen der Temperaturen zeigt andere Werte an, etablierte Programme wie etwa Speedfan zeigten einen um etwa 30°C geringeren Wert als im BIOS an. Daher haben wir mit dem Temperatur-Messgerät selbst am Kühlkörper nachgemessen. Nach gerade mal 5 Minuten ohne aktive Kühlung stieg sowohl die Chipsatz-Termperatur als auch die CPU-Temperatur auf Werte über 60°C an (Chipsatz: 67 °C CPU: 63°C). Mit aktiver Kühlung betragen die Werte 34,5°C bzw. 38°C. Da wir am Kühlkörper gemessen haben, sollten die tatsächliche Temperaturen sogar noch ein Stück darüber liegen. All diese Werte wurden unter Vollast während eines Burn-In-Tests gemessen. Von einer passiven Kühlung des Chipsatzes ist also (insbesondere in Gehäusen ohne Lüfter) abzuraten, da bereits nach wenigen Minuten ein starker Temperaturanstieg unter Vollast zu verzeichnen war.
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