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Intel DG45FC Mini-ITX Mainboard
Vollgepacktes Multimedia-Board, ideal als Wohnzimmer HTPC. Ein leistungsstarker Intel Chipsatz, der Einsatz von Desktop CPUs sowie ein günstiger Preis machen daraus ein attraktives Produkt.
von tobias.s   07.09.2008
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Mainboard






Der Aufbau des Mainboards ist übersichtlich gestaltet, man findet sofort alle wichtigen Anschlüsse. Der nur knapp vorhandene Platz wurde gut ausgenutzt, aufgrund der großen Funktionsvielfalt geht es sehr eng auf dem blauen PCB zu. Trotzdem reichte der Platz an der Oberseite nicht aus, so dass auch die Rückseite mit entsprechenden Bauteilen bestückt wurde. Beim Einbau in Gehäuse sollte dies zwar noch nicht zu Problemen führen, aber das Installieren einer Backplate für einen Low-Profile Kühler dürfte kaum möglich sein. Beim Installieren des Boxed-Prozessorkühlers fiel zudem auf, dass sich das Mainboard stark durchbiegt.

Da der Anschluss für den CPU-Lüfter dicht an den Speicher-Slots liegt, sollte man zuerst die CPU samt Lüfter und erst danach den Arbeitsspeicher installieren. Auch die 24-pin Buchse für den ATX Stecker liegt dicht an den Speicher-Slots, weshalb ein picoPSU DC/DC-Wandler bei Nutzung beider Speicher-Slots nicht direkt auf das Mainboard gesteckt werden kann . Um den picoPSU DC/DC-Wandler trotzdem nutzen zu können, müsste man also eine ATX Verlängerung dazwischen stecken.


Anschlüsse, Speicher und Erweiterungen






Die Anschlussvielfalt ist groß, so bietet das Mainboard ein voll bestücktes Backpanel. Angefangen beim DVI-Anschluss, unter dem sich noch ein HDMI-Anschluss befindet, geht es über sechs USB 2.0 Anschlüsse zu einem externen Serial-ATA Anschluss (eSATA) bis hin zum obligatorischem Gigabit LAN. Den Abschluss stellen insgesamt 6 Audiobuchsen dar, wovon eine als optischer S/PDIF für digitale Signale agiert. Auf der Platine befinden sich noch vier USB 2.0 Anschlüsse via Pin-Header. Außerdem findet man dort vier SATA Ports vor, die RAID fähig sind. Des Weiteren sind neben Audio-und Frontpanel-Anschlüssen noch ein serieller Anschluss (via Pin-Header), sowie zwei IR-Anschlüsse (Pin-Header, Receiver+Emitter) vorhanden. Erweitern kann man das DG45FC über einen PCI-Express x1 Slot, ein x16 Slot für leistungsfähige Grafikkarten fehlt leider. Zu begründen wäre dies durch den von Intel gewünschten Einsatzzweck des Mini-ITX Mainboards. Denn in kleinen HTPCs oder Desktop-PCs ist oftmals kein Platz für zusätzliche Grafikkarten, zumal der integrierte Grafikchip alle Anforderungen an Multimedia bewältigen dürfte. Die zwei Speicherbänke nehmen zusammen maximal 4GB DDR2-800 RAM auf. Dual-Channel-Betrieb ist somit problemlos möglich. Ein IDE Port ist leider nicht vorhanden, so dass man DVD-Laufwerke zwingend über S-ATA anschließen muss.

Es fällt sofort auf, dass Intel auf serielle COM Ports oder einen parallelen Druckeranschluss wie auch auf PS/2 Anschlüsse an der ATX-Blende komplett verzichtet hat. Dies ist ein Resultat aus der Marktpositionierung dieses Mini-ITX Mainboards: Es ist gänzlich auf den Endkunden-, sprich Consumer-Markt ausgelegt. Wir begrüßen diese Entwicklung sehr. Für Bastler, die auf eine serielle Schnittstelle angewiesen sind, gibt es immerhin noch den internen Pin-Header. Das Mainboard wird über einen 24+4 Pin Anschluss mit Strom versorgt. Der 4-pin P4-Stecker ist also auch hier zwingend zum Betrieb notwendig. Bei dem ATX Stecker reicht aber auch ein 20 Pin Stecker aus, vor allem kleine Netzteile oder DC/DC-Wandler wie das PicoPSU besitzen nach wie vor nur 20 Pins.


CPU und Chipsatz, integrierte Grafik, Kühlung






Die Wahl des Prozessors ist bei diesem Intel Board dem Kunden überlassen. So kann man von günstigen Einsteiger-CPUs wie die Intel Celeron 4xx sowie Celeron Dual-Core E1xxx Serie über die etwas teureren Pentium Dual-Core Prozessoren bis hin zu den High-End Intel Core 2 Duo CPUs nahezu alle zum Sockel LGA775 kompatiblen CPUs einsetzen. Intel beschränkt jedoch die Wahl der CPUs auf eine maximale TDP von 65W, da das Board nicht für den Einsatz von CPUs mit einer TDP von 95W entwickelt wurde. Setzt man eine solche CPU ein, bootet zwar das Mini-ITX Mainboard, gibt aber eine Warnung aufgrund des inkompatiblen Prozessors aus und startet nicht das Betriebssystem. Intel Core 2 Extreme laufen gar nicht. Eine gute Nachricht gibt es trotzdem: Es werden bald Vierkern-Prozessoren mit einer TDP von 65W erhältlich sein, so dass man auch Quad-Core mit diesem Board nutzen kann.





Letztendlich bedeutet dies, dass drei Prozessorkerne in Frage kommen: Conroe, Allendale und Wolfdale. Der Conroe ist wie auch der Allendale ein im 65nm Verfahren hergestellter Dual-Core Prozessor und war der erste Vertreter der neuen Core 2 Prozessorgeneration. Sein Front Side Bus (FSB) beträgt entweder 266 oder 333 MHz (Quadpumped 1066 bzw. 1333 MHz), es werden Taktraten von 1,86 GHz bis 3,00 GHz angeboten, seine Produktbezeichnung beginnt in der Regel mit E6xxx. Die auf Allendale-Kern basierenden CPUs besitzen einen geringeren FSB (200 bzw. 266 MHz), weniger Cache (2 MB anstatt meist 4 MB bei Conroe) und werden mit niedrigeren Taktfrequenzen angeboten (1,80 GHz bis 2,40 GHz). Die Produktbezeichnung lautet in der Regel E4xxx, es gibt zwei Varianten mit 266 MHz FSB (E6300 und E6400), und auch die abgespeckten Pentium Dual-Core CPUs und Celeron Dual-Core CPUs basieren auf Allendale (E2xxx, 1 MB Cache, 200 MHz FSB bzw. E1200/E1400 mit 1,6/2,0 GHz, 512 KB Cache und 200 MHz FSB). Der Wolfdale-Kern wird im modernen 45nm Verfahren hergestellt und verfügt im Gegensatz zum Conroe über eine SSE4.1 Befehlserweiterung und Architekturoptimierungen. Er wird mit 3 oder 6 MB Cache und 266 MHz bzw. 333 MHz FSB angeboten, seine Taktfrequenzen reichen von 2,53 bis 3,33 GHz. Zu erkennen ist der Wolfdale an der Bezeichnung, die mit E7xxx oder E8xxx beginnt. Der Intel Celeron (Core) ist der einzige einsetzbare Prozessor mit einer TDP von nur 35W, er basiert auf dem Conroe-Kern (4xx, 1,6 -2,0 GHz, 512 KB Cache, 200 MHz FSB). Im Test wurde für ein preisgünstiges System ein Intel Celeron Dual-Core E1200 (2x 1,6 GHz) und für das High-End System ein Intel Core 2 Duo E8600 (2x 3,33 GHz) verwendet. Die Leistung beider Intel CPUs ist hervorragend und für die Anwendungsbereiche des Mainboards vollkommen ausreichend. Der Boxed-Kühler des Celeron Dual-Core ist etwas flacher als ein Standard-Kühler für die stärkeren LGA775 CPUs. Er besitzt auch nur ein 3-Pin Stromanschluss, wohingegen die größeren Kühler einen 4-Pin Stecker besitzen und damit in ihrer Drehzahl dynamisch geregelt sind. Zur Kühlung des E8600 setzten wir einen etwas  größeren Kühlkörper mit Heatpipes ein. Damit war das High-End System sogar leiser als das preisgünstige System mit Celeron Dual-Core. Wer das DG45FC in ein kleines Gehäuse einbauen möchte, wird aufgrund der großen Kühler schnell an Grenzen stoßen. Der Einsatz von Low-Profile Kühlern ist aufgrund der schlechten Befestigungsmöglichkeit der Backplate nur Bastlern zu empfehlen. Es bietet sich hier beispielsweise ein  Modell von CoolerMaster an . Auch der günstigere  Arctic Cooling sollte passen.








Unter dem Codenamen Eagle Lake wurde der P45 Chipsatz angekündigt und hat den P35 (Bear Lake) dieses Jahr abgelöst. Wenn auch der P45 eher eine Überarbeitung des P35 und kein vollkommen neuer Chipsatz ist, so bedeutet dessen Einzug in den Mini-ITX Bereich einiges. Mini-ITX Mainbooards auf Basis des 35er Chipsatzes gab es kaum. Der hier verbaute G45 Express Chipsatz basiert auf dem P45 und bietet zudem einen integrierten Intel Grafik-Media-Beschleuniger X4500HD (Intel GMA X4500HD). Schon aus dem Namen wird deutlich, dass es sich hier nicht nur um einen Grafikchip handelt. Intel hebt besonders seine Multimedia-Fähigkeiten hervor, denn er bietet eine integrierte Unterstützung von HD-Videos an. Es werden die Auflösungen 720p, 1080i und 1080p unterstützt, HDMI (inklusive HDCP) ist vorhanden. Die Intel Clear-Video-Technik erzielt zudem dank Verbesserungen in der Videoverarbeitung eine beeindruckende Bildqualität (weiterentwickeltes De-Interlacing-Verfahren und ProcAmp-Farbsteuerung). Doch auch bei den 3D-Fähigkeiten muss er sich nicht verstecken. So beherrscht der Chip DirectX10, Shader Model 4.0 und OpenGL 2.0 - Windows Vista wird also vollkommen unterstützt. Der Chipsatz platziert sich damit als direkter Konkurrent zum AMD 780G Chipsatz, welcher quasi den selben Ansatz verfolgt: neben hochwertiger integrierter Grafik vor allem eine gute Multimedia-Beschleunigung für HD-Videos.

In den letzten Tagen gab es einige Nachrichten zum G45, die Probleme des X4500HD beschreiben. Sollte etwa die Hardwarebeschleunigung bei Blu-ray nicht funktionieren, empfiehlt Intel den Einsatz von Software, die den Chipsatz korrekt ansprechen, wie z.B. Arcsoft Total Media Theater oder PowerDVD. Ein Problem soll allerdings nach wie vor bestehen: wenn man für die Wiedergabe von Blu-ray Spielfilmen über HDMI die kinoübliche 24-Hz-Bildrate einstellt, erhält man angeblich alle 15 Sekunden ein ruckelndes Bild. Des Weiteren unterstützt der HDMI Ausgang nur den direkten Anschluss an einen Fernseher oder Projektor, nicht jedoch den Repeater-Modus. Intel begründet dies damit, dass man sich an das COPP-Protokoll halte, welches keine Repeater unterstützt. Immerhin ist der HDMI Port in der Lage, Audio- und Videosignale zu senden.





Als Southbridge kommt der ICH10 zum Einsatz, welcher theoretisch bis zu zwölf USB2.0 Ports, sechs SATA Ports, DDR2-/DDR3-1333 und einen FSB von 1333 MHz beherrscht. Auf dem DG45FC wurde selbstverständlich aus Platzgründen nicht das Maximum ausgereizt, aber zehn USB 2.0 und fünf SATA Ports sollten ausreichend sein. Interessant ist vor allem die umfangreiche RAID Funktionalität, welche auf der Matrix-Storage-Technologie basiert und somit viele Einstelloptionen bietet. Die maximale Verlustleistung des G45 Chipsatzes gibt Intel mit einer TDP von 24 Watt an, was bedeutet, dass diese im Gegensatz zur 35er Chipsatz-Serie leider gestiegen ist.


Vergleich von Intel DQ45EK zu Intel DG45FC



Intel bietet neben dem DG45FC noch das DQ45EK an. Es ist nahezu baugleich zum DG45FC, äußerlich unterscheidet es sich durch die Farbe des PCBs, die in grün gehalten ist. An Stelle des HDMI Anschlusses ist beim DQ45EK ein DVI-D Anschluss verbaut. Im Inneren ist vor allem ein großer Unterschied zu verzeichnen: das DQ45EK bietet Intel vPro. Es setzt damit den Fokus auf Sicherheit und einfaches Management, sein Einsatzbereich liegt in Business-Desktop-PCs. Zu den Features von vPro zählen Trusted Platform Module 1.2 (TPM), Trusted Execution Technology (TXT) und Active Management Technology 5.0 (AMT). TPM ist dabei ein Chip der das System eindeutig identifiziert. Es kann sein, dass zur Ausführung bestimmter Software ein aktiviertes TPM vorhanden sein muss. Die ursprüngliche Idee dahinter ist, dass nur noch Software funktioniert, die von der Trustet Computing Group (TCG, früher TPMA) zertifiziert ist. Damit wäre es möglich, eine nicht manipulierbare Plattform zu schaffen, was vor allem in der Industrie und im geschäftlichem Umfeld nützlich wäre. AMT integriert zentrale Überwachungs- und Steuerungsfunktionen, die das Auslesen von Statusinformationen, Ändern von Konfigurationen sowie Ein- und Ausschalten des PCs erlauben. Damit ist eine komplette Fernwartung von Computern möglich, sprich Verwaltung, Inventarisierung, Diagnose und Reparatur - selbst bei abgeschalteten System oder bei Systemen, deren Betriebssystem abgestürzt bzw. deren Festplatte defekt ist. All diese Schutzmechanismen sind aber auch über das BIOS deaktivierbar.

Da das DQ45EK somit ganz und gar nicht auf absolute Multimedia-Zwecke ausgerichtet ist, versteht man schnell, dass auch nicht die Multimedia-Features des DG45FC vorhanden sind. Es wurde daher nicht der G45 sondern der Q45 als Chipsatz verbaut, in dem eine Intel GMA X4500 integriert ist (nicht HD). Auch bei den Audio-Anschlüssen wurde reduziert, so dass das DQ45EK nur 6-Kanal-Audio (5.1) bietet.



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