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Mini-Barebones werden immer beliebter - wer träumt nicht von einem multimedialen Mini-PC im Wohnzimmer? Klein, leise und multifunktional müssen sie sein - immerhin will man nicht nur seine Fotos und DVDs anschauen, sondern auch mal das ein oder andere Spiel zocken oder mal eben den Blockbuster aus dem Fernsehen verfolgen. Shuttle Computer hat diesen Traum Realität werden lassen und bietet ein vielfältiges Sortiment an Mini-Barebones.
Bastian Fröhlig ist PR Manager für den deutschsprachig europäischen Raum bei Shuttle Computer. Er beantwortet MiniTechNet einige der wichtigsten Fragen über die Entwicklung der Mini-Barebones und deren Zukunft. |

Sehr geehrter Herr Fröhlig, wie hat sich für Shuttle der Barebone-Markt in letzter Zeit entwickelt?
Shuttle ist weiterhin Marktführer im Bereich der Mini-PCs. Trotz schwachen IT-Marktes haben wir unsere Marktführerschaft gehalten.
Werden eigentlich immer noch - wie vor einigen Jahre - so positive Verkaufzahlen prognostiziert oder fängt der Barebone-Markt an zu stagnieren? Immerhin musste selbst Shuttle z.B. in den Sommermonaten einen deutlichen Einbruch verzeichnen.
Insgesamt ist der IT-Markt in Europa zurückgegangen, weil die Kunden auf neue Prozessoren gewartet haben. Der Rückgang der Zahlen war teilweise absehbar. Wir hatten 2005 kein typisches Sommerloch, was man sonst für die Monate Juni, Juli und August einplanen muss. Unsere Verkaufszahlen waren 2005 aber relativ konstant.
Dieses Jahr war das Sommerloch – sicherlich auch geprägt durch die WM – deutlich spürbar.
Gartner hat trotzdem die Prognosen nicht verändert. 2008 erwarten die Marktforscher eine Menge von 32,6 Millionen verkauften Mini-PCs. Die Hälfte wäre für uns aber auch schon mehr als ok.
Erzählen Sie uns doch bitte etwas über die Geschichte des Barebones. Woher kommt der Begriff, wer hatte überhaupt den ersten Barebone entwickelt und wie kam es dazu, dass Shuttle in diesem Markt einstieg.
Barebone bedeutet wörtlich übersetzt: blanker Knochen. Eigentlich gibt es Barebones schon seit vielen Jahren, denn es handelt sich in der Definition um einen halbfertigen PC – meistens bestehend aus Gehäuse, Netzteil, Mainboard und Kühlung. Shuttle hatte ein Mini-Mainboard, dass im OEM-Bereich eingesetzt wurde. Es wurde nach weiteren Ideen gesucht und dabei entstand der erste Mini-PC. Da Shuttle solche Systeme anbietet und sich sehr schnell, sehr gut am Markt positioniert hat, wird der Begriff Barebone heute immer mit Mini-PCs oder direkt mit den Shuttle XPCs assoziiert.
Mittlerweile sind in diesem Markt ja nur noch Shuttle, AOpen und Biostar übriggeblieben. Warum glauben Sie, dass so viele Hersteller diesen Markt verlassen mussten, manche beantragten sogar eine Insolvenz? Warum glauben Sie, schaffte es Shuttle, AOpen und Biostar sich durchzusetzen? Was war da der große Unterschied?
Diese drei sind sicherlich die bekanntesten Hersteller am Markt. Warum viele den Markt verlassen mussten? Weil Ihnen die Erfahrung fehlte. Auf der CeBIT 2004 haben wir 27 Hersteller gezählt, die plötzlich Mini-PCs angeboten haben. Viele waren kaum von unseren Shuttle XPCs zu unterscheiden, denn statt selbst zu entwickeln, wurde kopiert. Das Ergebnis: die Hersteller konnten nie aktuelle Produkte präsentieren und mussten sich somit schnell wieder vom Markt verabschieden. Zudem haben viele das Thema nur beiläufig verfolgt. Sicherlich ein entscheidender Unterschied zu Shuttle. Denn bei uns sind die Mini-PCs Hauptprodukt geworden.
Wie glauben Sie, wird die Zukunft für diese 3 übriggebliebenen Hersteller sein, oder werden manche von diesen womöglich auch noch aussteigen müssen?
Was weiterhin am Markt geschieht, wird sich zeigen. Ich möchte an dieser Stelle nicht über unsere Marktbegleiter sprechen. Das wäre ein wenig Äpfel mit Birnen vergleichen. Shuttle wird in diesem Segment sicherlich langfristig Marktführer bleiben, da wir die beste Qualität präsentieren und immer auf dem neuesten Stand der Technik sind. Da haben wir allen Marktbegleitern etwas voraus.
Shuttle Barebones waren ja bisher immer sehr teuer, seit kurzem werden wieder vermehrt Entry Level Produkte angeboten. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Aufgrund auslaufender Prozessoren und Chipsätze müssen wir die entstandenen Löcher stopfen und stellen derzeit entsprechende Nachfolger vor, um weiterhin das Einsteigersegment und Businesskunden anzusprechen.
Welche Produkte sind für das kommende Jahr geplant?
Wir äußern uns bekanntlich nicht zu Neuheiten, die noch nicht definitiv sind. Wir werden aber sicherlich einige Neuerungen im Midrange-Bereich präsentieren – und auch auf Basis von AMD AM2 und Intel Core 2 Duo Prozessoren.
Auf Mini-PCs steigen im Moment einige Hersteller um, die im Barebone Geschäft direkt oder indirekt (ODM) tätig waren. Glauben sie, dass der Mini-PC Zukunft, bzw. mehr Zukunft als ein Barebone - hat und sich gegen Notebooks etablieren kann?
Wenn man sich den weltweiten PC Markt anschaut, stellt man fest, dass rund 110 Millionen Desktop-PCs verkauft werden. Und nur die Hälfte Notebooks. Sicherlich sind Notebooks ein unglaublicher Wachstumsmarkt, aber gerade im Office- oder im Gaming-Bereich sind Desktop-PCs weiterhin deutlich stärker nachgefragt. Denn dort geht es um günstige Systeme oder absolute High-End-Lösungen und da spielen Notebooks nur eine Außenseiterrolle.
Wie werden sich zukünftig Mini-PCs gegen Anbieter von Business-Solutions (wie z.B. Dell und FSC) durchsetzen. Haben diese Produkte - vor allem wegen Ihres geringen Stromverbrauchs - eine Chance, in Großunternehmen, Institutionen wie Gemeinden und Stadverwaltung, Universitäten, Banken, Industrie usw. eingesetzt zu werden?
Reden wir von Projektgeschäften, dann sind wir selbst dort sehr gut aufgestellt und bauen den Bereich derzeit aus, um selbst die Chance zu haben, stärker im Projektbereich aktiv werden zu können und wollen uns auch in diesem Markt etablieren. Da der Bereich gerade erst "gestartet" ist, ist es schwer abzuschätzen.
Was wird denn nach dem Mini-Barebone und dem Mini-PC von Shuttle kommen? Hat man hier vielleicht im Visier, Barebooks anzubieten, sprich Notebooks die sich kinderleicht vom Endkunden nach eigenen Wünschen ausstatten lassen?
Wir werden uns auf diese Kernbereiche konzentrieren und wollen dort unsere Verkaufszahlen und die Marktposition ausbauen. Barebooks hatten wir schon einmal mit den Xbooks im Angebot. Das Xbook war die Idee, Standardkomponenten in ein Notebook einzubauen – also eine Art Notebookbarebone. Allerdings nicht sehr erfolgreich. Das Thema ist durch, da nicht wirklich erfolgreich.
Angaben zu den kommenden fünf Jahren kann ich nicht machen, da es immer abhängig ist von Komponenten, Prozessoren und anderen Aspekten.
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