

Der Aufbau des Mainboards ist übersichtlich gestaltet. Typisch für Jetway sind die farblich gelb hervorgehobenen Schnittstellen, so dass man sich schnell zurecht findet. Wie auch das J&W MINIX780G wurde das Jetway NC81 sehr dicht bestückt, für den Prozessorkühler wurde viel Platz reserviert. Auch die Unterseite ist mit vielen ICs bestückt, neben der Backplate fällt einem auch der zweite SO-DIMM Sockel an der Unterseite auf.

Von den Anschlüssen her hat das Jetway NC81 einiges zu bieten. Links befindet sich ein HDMI Anschluss, der auch Audio übertragen kann (HDMI 1.3). Direkt daneben findet man VGA und DVI Ausgang. Die roten Anschlüsse sind eSATA Anschlüsse, das NC81 ist das erste Mini-ITX Mainboard, welches zwei von diesen Anschlüssen bietet. Sie sind vor allem für die Verbindung von externen Festplatten nützlich, ob man jedoch gleich zwei Anschlüsse benötigt, bleibt zu bezweifeln, da derzeit externe Festplatten größtenteils nach wie vor auf USB 2.0 setzen. Von eben diesen USB 2.0 Ports findet man auf der ATX Blende leider nur vier, was im Zuge der nicht vorhandenen PS/2 Anschlüsse schon recht wenig ist, bedenkt man, dass zwei Ports mit Maus und Tastatur belegt sind. Kommt da noch eine Webcam und ein Drucker hinzu, sind die USB Ports an der ATX Blende schon voll belegt und man muss auf die vier intern verfügbaren USB Pins ausweichen, worüber sich nochmals vier USB Geräte anschließen lassen. Oberhalb der USB Ports befinden sich zwei RJ45 Buchsen für Gigabit LAN, direkt daneben bieten 3 Audio Buchsen 6 Kanal Sound (5.1). Um über diese 3 Buchsen 6 Kanal Sound zu liefern, findet eine "Doppelbelegung" statt, sprich man kann entweder ein 6-Kanal-Lautsprecher-System über die drei Buchsen anschließen, oder die drei Buchsen als Mikrofon-Eingang, Line-In und Kopfhörer-Ausgang nutzen. Die blaue 3,5mm Klinkenbuchse dient gleichzeitig als digitaler S/PDIF Anschluss. Verglichen mit dem J&W MINIX780G kommt einem die Bestückung des Backpanels vom Jetway NC81 etwas wenig vor, zumal an vielen Stellen noch Platz für weitere Anschlüsse vorhanden ist. So wären zusätzliche USB Ports wie auch mehr Audio-Schnittstellen durchaus wünschenswert. Das Dual Gigabit LAN mag für einige aber vieles verschmerzen. Festplatten lassen sich intern über vier SATA Ports anschließen, als Erweiterungsmöglichkeit bieten das Board einen PCI-Slot, maximal 4GB Arbeitsspeicher lässt sich in die beiden SODIMM Slots stecken.
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Als interessantes Feature bietet das Mainboard einen Anschluss für eine WiFi-Addon-Karte. Daher ist auf der ATX Blende auch Platz neben den Audio-Anschlüssen ausgespart. Die optional erhältliche Karte funkt nach IEEE802.11b/g/n Standard und ist mit einer oder zwei Omni-direktionalen Antennen verfügbar.

Wie auch bei dem bereits getesteten Jetway NC62K und J&W MINIX780G kann man hier einen auf Sockel AM2 bzw. AM2+ basierenden AMD Prozessor einsetzen. Dies umfasst eine breite Auswahl, von AMD Athlon 64, über AMD Sempron, AMD Sempron X2, AMD Athlon X2, AMD Athlon64 X2 bis hin zu den neuesten AMD Phenom Prozessoren. Da der AM2+ Sockel abwärtskompatibel zum AM2 Sockel ist, kann man also selbst entscheiden, ob man einen älteren Einkernprozessor oder den neuesten Vierkernprozessor installiert. Wie auch beim NC62K empfiehlt Jetway dringendst den Einsatz einer CPU mit einer TDP von maximal 65W. Prozessoren mit einer TDP von 125W funktionieren nicht. Vierkernprozessoren mit einer maximalen Verlustleistung von 65W sind derzeit noch eine Seltenheit, doch immerhin gibt es sie überhaupt, im Gegensatz zu Intel Quad-Cores. Neben dem von uns getesteten AMD Phenom 9100e (4x 1,8 GHz, 4x 512KB L2-Cache, 2MB L3-Cache, 1600 MHz HT, Kernspannung 1,10-1,15V, 65W TDP) wurden vor kurzem zwei weitere Modelle mit 65W TDP vorgestellt: der AMD Phenom X4 9150e (4x 1,8GHz, Revisions-Update des 9100e ohne TLB Bug) und der AMD Phenom X4 9350e (4x 2GHz). Die Phenom Prozessoren basieren auf der K10 Architektur, welche von Grund auf als Mehrkernprozessor-Architektur konzipiert wurde. Auf einem Die sind bis zu vier Kerne mit ihren Caches, bis zu zwei Speichercontroller und ein gemeinsam genutzter 2MB großer L3-Cache untergebracht. AMD überarbeitete darüber hinaus die Gleitkommaeinheit, die Sprungvorhersage sowie den SSE Befehlssatz (nun SSE4a) und integrierte weitere Stromspartechniken mit getrennten Versorgungsleitungen für die einzelnen Kerne und den Speichercontroller samt einer schnelleren HyperTransport-Anbindung (HT). Die Änderungen der Spannungsversorgung machten eine Aktualisierung des Prozessorsockels notwendig, doch die neuen Prozessoren sollen mit eingeschränktem Funktionsumfang (z.B. höherer Stromverbrauch da weniger Stromspartechniken aktiv) auch in dem älteren AM2 Sockel laufen.
Als Alternative zu dem Vierkernprozessor haben wir auch noch mit einem AMD Athlon64 X2 5200+ (2x 2,6 GHz, 2x 1024 KB L2-Cache, Kernspannung 1,2-1,25V, 65W TDP) getestet. Dank des integrierten Cool'n'Quiet kann man getrost zum Standard AMD CPU-Kühler greifen, dieser sollte dann zumindest entsprechend der CPU-Last und der SmartFan Einstellungen des BIOS in seiner Geschwindigkeit geregelt werden. Unser AMD Lüfter mit einem 3-adrigen Anschlusskabel wurde gut vom Jetway Board geregelt, so dass er bei 2200 Upm recht ruhig lief. Sucht man einen alternativen CPU-Kühler, sollte man schnell fündig werden, das Angebot an Kühlern für den AM2+ Sockel ist riesig. Man muss aber stets darauf achten, dass auf dem Mini-ITX Mainboard nicht so viel Platz ist wie auf großen ATX Platinen, so dass schon mal der ein oder andere Kondensator im Weg sein könnte.
Bei dem verbauten Chipsatz handelt es sich um einen AMD 780G (Northbridge). Dieser wurde auf der CeBIT 2008 feierlich vorgestellt und zählt nach wie vor zu den besten Chipsätzen mit integrierter Grafik. Er besitzt eine integrierte ATI Radeon HD 3200 Grafik und ist damit der erste AMD Chipsatz mit DirectX 10 Unterstützung. Bis zu 512MB Videospeicher kann der integrierten Grafik im BIOS zugewiesen werden, welcher vom Arbeitsspeicher abgezogen wird. Neben der reinen Grafikleistung betonte AMD vor allem die Multimedia-Fähigkeiten des Chipsatzes: Dank des Universal Video Decoders (UVD, in Hardware integrierter MPEG2-, H.264- und VC1-Decoder) bietet der 780G volle HD-Video-Unterstützung, eine zusätzliche Grafikkarte samt starkem Dual-Core Prozessor ist so für eine flüssige HD-Video-Wiedergabe nicht mehr notwendig. Wie auch das J&W MINIX780G wurde auf dem Board SidePort Memory verbaut, allerdings weist Jetway nirgends darauf hin. Im BIOS kann man im Menü "IGX Configuration" (Grafikeinstellungen) einstellen, dass nur SidePort Memory als Grafikspeicher genutzt wird, GPU-Z zeigt dann 64MB DDR2 Grafikspeicher an. Dem System steht so der gesamte Arbeitsspeicher zur Verfügung, was sich in Benchmarks leider negativ auswirkte.
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