
Die Performance des Prozessors liegt auf dem Niveau der bisher getesteten Diamondville basierten Intel Atom CPUs. Der US15W Chipsatz ist zwar sehr sparsam, doch leider auch in seiner Geschwindigkeit nicht mit dem Intel 945GSE/945GC vergleichbar. Die Grafikperformance des neuen Intel GMA500 reicht gerade für einfache Büro-Anwendungen aus, erstaunlich ist jedoch, dass unter Windows Vista selbst die Wiedergabe von hochauflösenden Videos möglich war. Für Windows XP erwarten wir uns diesbezüglich noch bessere Treiber.
Die Ausstattung des Systems überzeugt. Trotz der flachen Bauform finden wir auf dem Board die notwendigsten Anschlüsse, unter anderem Gigabit LAN und DVI. Auf dem Board selbst sind weitere Schnittstellen über PIN-Header vorhanden. Erweitern lässt sich das Board über einen PCI, zwei PCI-Express x1 oder die zwei SDIO Schnittstellen auf der Unterseite. Man hat mit diesem Board also vielfältige Möglichkeiten, um etwa WLAN oder TV-Karte nachzurüsten.
Durch den passiven Betrieb ist das Kontron KTUS15 quasi lautlos. Je nach verwendetem Speichermedium lässt sich problemlos ein komplett passiver PC aufbauen. Die Temperaturen sind trotzdem im grünen Bereich, der Prozessor und Chipsatz bleiben in der Regel unter 50°C. Lediglich bei Volllast wird die CPU merklich wärmer. Der Stromverbrauch ist aufgrund der vielen Features, welche Kontron zusätzlich implementiert hat, höher als erwartet. Nutzt man eine 2,5 Zoll Festplatte, ergibt sich ein Stromverbrauch der zwischen 18 und 24 Watt liegen dürfte, was noch als gut zu bezeichnen ist. Die Hoffnung, dass die Silverthorne-Plattform auch in Sachen Stromverbrauch dem AMD Geode LX Konkurrenz macht, bleibt derzeit leider aus.
Windows XP läuft am besten auf dem System, aber unter Windows Vista war eine flüssige Wiedergabe von HD Videos möglich. Ubuntu Linux lief in der Standardkonfiguration leider nur unzureichend, OpenSuse soll allerdings zu dem Kontron KTUS15 kompatibel sein. Insgesamt bietet sich Windows XP und Windows XP Embedded als Betriebssystem an, auch ein angepasstes Linux dürfte zuverlässig laufen.
Zum Lieferumfang gehört die Treiber-CD und zwei Adapterkabel zur Stromversorgung. Ein zusätzliches, sehr umfangreiches Kabelkit ist optional erhältlich. Der Service von Kontron ist in der Regel sehr gut. Auf der Homepage gibt es stets aktuelle Treiber, BIOS-Versionen und ausführliche Handbücher.
Das Kontron KTUS15/mITX 1.6 Plus ist ein sehr gut ausgestattetes Mini-ITX Mainboard speziell für Embedded-Anwendungen bzw. wenig grafiklastige Anwendungen, wo es auf passiven Betrieb und minimale Bauhöhe sowie geringe Leistungsaufnahme ankommt. Der hohe Preis und die geringe Performance machen es für den Consumer-Markt eher uninteressant, im industriellen Umfeld darf sich Kontron mit diesem Board aber weiterhin an der Spitze sehen. Für die umfangreichen Features und das damit erste Silverthorne basierte Mini-ITX Mainboard hat Kontron eine Special Nomination verdient.
[tobias.s]

Hardware und Technik | Software und Service | Rechenleistung Grafikleistung Ausstattung Erweiterbarkeit Stromverbrauch Lautstärke | ■■□□□ ■□□□□ ■■■■□ ■■■■□ ■■■■□ ■■■■■ | Windows XP Windows Vista Ubuntu Linux Lieferumfang Garantie & Service Preis | ■■■■□ ■■■□□ ■■□□□ ■■■□□ ■■■■■ ■■■□□ |
| Pro | Kontra | + flache Bauweise + passive Kühlung + geringer Stromverbrauch + Wide-Range DC-Eingang (5V-25V) + sehr gute Erweiterbarkeit + gute Ausstattung + HD-Fähigkeit unter Windows Vista + guter Service seitens Kontron | - hoher Preis - Performance nicht immer überzeugend
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| Verbesserungsvorschläge | ● Einzelne Features über BIOS abschaltbar gestalten, um den Stromverbrauch zu reduzieren [Kontron arbeitet daran] ● ggf. Treiber weiter optimieren ● Jmicron S-ATA Treiber in BIOS integrieren, damit Installation von Windows XP einfacher [Kontron arbeitet daran] |

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