
Seit kurzem ist Liantec auf den Markt der ITX Bords eingestiegen. Dabei wurde den Boards eine auffallend rote Farbe verpasst. Ähnliche Farbdesigns sind uns nur von MSI bekannt. Das Board hat ein interessantes Layout und bietet trotz der geringen Größe viele Anschlussmöglichkeiten. Im Bereich der ATX Blende befinden sich: serieller Anschluss, VGA, 5.1 Sound, SPDIF koaxial sowie optisch, Line-In mit Mikrofon, sechs USB Schnittstellen sowie ein 1Gbit LAN Port. Somit wird der verfügbare Platz gut ausgenutzt, es wird lediglich für die Tiny-Bus Erweiterungsmodule etwas ausgespart. Direkt auf den Board sind dann weitere Anschlüsse verteilt: ein CD-In Anschluss, ein serieller Anschluss und zwei USB Schnittstellen. Bei den letzten beiden verwendet Liantec leider verkleinerte Anschluss-Pins, sodass nur die mitgelieferten Adapter verwendet werden können. Zusätzlich wurde der USB Conector auf dem Board sehr unpraktisch platziert, denn dieser befindet sich unter dem Bereich für Tiny-Bus Module und ist damit, bei einem eingebauten Modul, praktisch unerreichbar.
Für den Anschluss interner Hardware bietet das ITX-6700 zwei S-ATA Anschlüsse, die im BIOS für RAID (0 / 1) aktiviert werden können, zwei P-ATA Anschlüsse mit 40 bzw. 44 Pin und eine Kombination aus PCI und 1x PCI-E Slot, wobei eine gleichzeitige Nutzung der PCI Slots nicht möglich ist. Für Arbeitsspeicher spendiert Liantec nur einen DDR-SDRAM Slot mit möglichem Speichertakt von 333 bzw. 400 Mhz.
Mit Strom wird das Board über einen 20-poligen Standard ATX Anschluss versorgt. Dabei reicht ein Netzteil mit 140 Watt vollkommen aus.

Eine sehr interessante Lösung ist das hier verwendete Tiny-Bus System. Mit diesem, eigens von Liantec entwickelten, System ist es möglich, das Board den eigenen Wünschen entsprechend anzupassen ohne viel Platz zu verschwenden oder PCI Slots in Anspruch zu nehmen. Für dieses Board bietet Liantec Erweiterungsmodule mit DVI zusammen mit TV-Out, LVDS, Dual PCMCIA, Video Capture, 100Mbit/s 4-Port Switch Hub und einen 1Gbit/s 4-Port Switch Ethernet Kontroller. Fast alle Module sind zusätzlich mit einem Mini-PCI Port versehen und bieten damit beispielsweise die Möglichkeit eine W-LAN- oder eine TV-Karte anzuschließen.
Das große „Aber“ an der Geschichte mit dem Tiny-Bus System ist die Inkompatibilität zu einigen Systemen, die sogar so weit führt, dass beim Einsatz der Module Funktionen wie Netzwerk oder Sound nicht mehr richtig funktionieren. Ein neues BIOS seitens Liantec sollte aber diese Probleme lösen können.

Als CPUs kann die Geode NX Serie mit 133MHz FSB verwendet werden. Die CPUs gibt es mit 667MHz (NX1250@6W), 1GHz (NX1500@6W) und mit 1.4GHz (NX1750@14W), wobei die ersten beiden passiv gekühlt werden dürfen. Die, von den Prozessoren unterstützte, PowerNow! Technologie zum Stromsparenden Betrieb, unterstützt dieses Board nicht. Dies zeigt sich später auch im hohen Verbrauch im Idle Modus.
Für unsere Tests haben wir von Liantec das Board mit dem Geode NX1500 zur Verfügung gestellt bekommen. Obwohl das Board als „Fanless“ angepriesen wird und auch ein großer Aluminium Kühler verwendet wird, empfehlen wir trotzdem den Einsatz eines aktiven Lüfters. Denn sogar im offenen Zustand (ohne Gehäuse) erreichte die CPU 65° Celsius. Viel bedenklicher war aber die Temperatur der Northbridge. Diese stieg auf bis zu 91° Celsius an. Wie die Tests des Commell LV-668 und des LogicPD AMD GeodeNX Development Boards zeigen, ist es normalerweise möglich die Temperatur in Grenzen zu halten.
Die Grafikeinheit Mirage basierend auf der SiS Eagle Plattform wurde in die Northbridge integriert und kann wahlweise 8 bis 64 MB vom Arbeitsspeicher für die eigenen Zwecke abgreifen. Der integrierte MPEG-2/1 Decoder entlastet dann zusätzlich bei Multimedia-Systemen die CPU.
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