Jährlich findet Mitte Januar die Macworld traditionell in San Francisco statt. Dabei handelt es sich um eine US-amerikanische Messe, auf der die meisten neuen Produkte von Apple vorgestellt werden. So ist dies jährlich die wichtigste Veranstaltung von Apple. Einige Produktvorstellungen waren bereits die Woche vor der Veranstaltung als offizielle Meldung seitens Apple aufgetaucht, damit Steve Jobs sich auf der Macworld selbst voll und ganz auf vier bis fünf besonders wichtige Produkte stürzen konnte. In diesem Artikel wird kurz auf die neu vorgestellten Produkte eingegangen, diskutiert werden können diese in unserem Forum.

Steve Jobs resümierte das Jahr 2007 und bedankte sich bei allen für das erfolgreiche vergangene Jahr. In den ersten 90 Tagen nach Veröffentlichung wurden 5.000.000 Kopien von Leopard ausgeliefert, dem neuesten Betriebssystem von Apple. Angeblich sind nur noch 19 % der Benutzer mit dem Vorgänger Tiger im Netz, alle anderen seien bereits umgestiegen, was durchaus beachtlich ist.
Zu den Verkaufszahlen des iPhone gab es eine konkrete Zahl: 4 Millionen iPhones wurden bisher verkauft. Es ist heute der 200te Tag nach Verkaufsstart - das bedeutet 20.000 verkaufte iPhones pro Tag. Angeblich hatte das iPhone mit 19,5% den zweitgrößten Marktanteil der Smartphones im 3. Quartal des US-Mobilfunkmarktes.
Das erste vorgestellte Produkt bezeichnet Apple als Time Capsule. Dabei handelt es sich um eine externe Festplattenlösung mit integrierter WLAN Basisstation. Mit Hilfe der Time Machine Software sollen so Backups aller Macs im Haushalt sehr einfach möglich sein. Die Time Capsule kommt mit 802.11n Wi-Fi und ist in zwei Modellen verfügbar: ein 500 GB Modell für nur $299 und ein 1 TB (1000 GB) Modell für $499. Die Preise beziehen sich auf den US-amerikanischen Markt, Preise für den deutschen Markt liegen derzeit noch nicht vor.
In der bereits vorliegenden englischen Pressemeldung wirbt Apple mit "Bring die Time Capsule nach Hause, schließe sie an, drücke ein paar Knöpfe und fertig - all deine Macs im Haushalt werden automatisch stündlich oder täglich gesichert." Aufgrund der perfekten Integration in Leopard stellen wir uns diesen Vorgang tatsächlich recht einfach und komfortabel vor, auch Fotos, Videos oder Musik lassen sich schnell auf den externen Datenträger sichern. Außerdem stellt die Time Capsule eine WLAN Basisstation dar, mit deren Hilfe es einfach sein soll, bis zu 50 Computer zu vernetzen, Sicherheitsregeln beispielsweise für die Computer der Kinder zu erstellen oder Dokumente über den kabellosen Weg an einen Drucker zu schicken, der via USB 2.0 an der Time Capsule angeschlossen ist.
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Der nächste Punkt widmet sich dem iPhone. Wie erfolgreich es bisher war, wurde bereits erwähnt. Nun gibt es ein kostenloses Software Update, welches das Lokalisieren mit Hilfe der neu designeten Maps ermöglicht. Außerdem kann SMS man nun an mehrere Empfänger senden, Lesezeichen können auf dem Startbildschirm stehen, und Videos über das iTunes schauen.
Das iPhone erkennt nun die Position des Benutzers automatisch, indem es die Signale umliegender Mobilfunksendemasten udn WLAN Netzwerke auswertet. Es wird dafür also kein GPS benötigt. Die Technik, über die Signale der Mobilfunksendemasten eine Positionsbestimmung zu ermöglichen, ist nicht neu und wird bereits von einigen Anwendungen genutzt. Da ein Mobilfunksendemast meist nur einen Radius von 2km, innerstädtisch noch weniger, abdeckt und über eindeutig zuordenbare IDs verfügt, ist eine Ortung auf diese Weise recht einfach möglich und wird bereits von einigen professionellen Handy-Ortungs-Diensten verwendet. Skyhook Wirelesse und Google haben Apple dabei geholfen, die Lokalisierungsroutinen für das iPhone zu schreiben. Dabei hat Skyhook Wireless alle WLAN Sender in den USA kartographiert und will dies auch noch für Europa und Asien tun. Google soll derweil eine ähnliche Karte für Mobilfunksendemasten erstellt haben.
Die überarbeite Maps Software soll nun noch leichter zu bedienen sein und mit einer Kombination aus Satelliten- und Strassenansicht (Hybridansicht) noch mehr Komfort bieten. Nun macht auch die Routenberechnung Sinn, mit der man nun Start und Endpunkte festlegen und finden kann.
Für den iPod Touch soll ein Update für 20 US-Dollar erscheinen, das Mail, Google Maps, Börsennachrichten und Wetter auf den kleinen Allrounder bringen.
Über iTunes kann man nun Filme "mieten". Alle großen Film Studios wie 20th Century Fox, The Walt Disney Studios, Warner Bros., Paramount, Universal Studios Home Entertainment, Sony Pictures Entertainment, Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Lionsgate und New Line Cinema konnte Apple mit dieser Idee überzeugen. Benutzer können für nur $2.99 einen Film auf ihrem Mac, PC und allen Varianten von iPhone über iPod bis hin zu Apple TV schauen. Der Filmverleih startet heute und bis Ende Februar sollen 1000 Titel, darunter 100 in High-Definition und Dolby Digital, verfügbar sein. Die Preisgestaltung sieht wie folgt aus: für ältere Titel kostet es $2.99, neuere Titel kosten $3.99 und für HD Qualität kommt jeweils 1 US Dollar hinzu.
Nach der Bestellung hat man 30 Tage Zeit, das Video anzuschauen und nach dem Starten bleiben einem 24h, das Video zu Ende zu schauen - oder mehrfach zu sehen. Natürlich sollte man hierfür eine schnelle Internetverbindung besitzen, dann starten die Filme auch binnen Sekunden, ohne großes Warten wegen Puffern der Daten.
In Verbindung dazu hat Apple auch über sein Apple TV gesprochen. Es lief nicht so, wie man es sich vorgestellt hatte. Daher wurde Apple TV komplett überarbeitet und steht nun als Apple TV 2.0 zur Verfügung. Die neue Benutzeroberfläche soll wesentlich einfacher und übersichtlicher sein, mit Features wie dem iTunes Filmverleih stehen auch ganz neue Möglichkeiten der Nutzung zur Verfügung. An der Hardware hat Apple dabei nichts geändert, das Update ist für Besitzer des Apple TV kostenlos verfügbar. Außerdem hat Apple den Preis von $299 auf $229 gesenkt. Deutsche Preise stehen auch hier noch nicht zur Verfügung, weshalb sich nach wie vor alle Preise auf den US-amerikanischen Markt beziehen.

Das letzte Produkt, was Steve Jobs heute präsentierte, bestätigte viele Erwartungen. Es ist da, das lang erwartete, neue kleine Notebook von Apple. Und Apple hat es geschafft, wieder einmal etwas zu schaffen, was so noch keiner geschaffen hat. Das MacBook Air ist das dünnste Notebook der Welt.
An der dicksten Stelle misst das MacBook Air 2cm, an der dünnsten Stelle gerade mal 4mm. Es passt sogar in einen üblichen Briefumschlag, den Steve dann auch gleich hervor holte - und daraus das neue MacBook Air zog. Es besitzt einen 13,3" Bildschirm mit LED Hintergrundbeleuchtung, eine beleuchtete Tastatur mit voller Breite (erinnert sonst aber an die im normalen MacBook verbauten Modelle) und eine iSight Kamera. Das Touchpad besitzt die Multitouch Funktion, wie wir sie vom iPhone kennen - damit lassen sich Bilder beispielsweise mit dem auseinanderziehen zweier Finger zoomen. Bilder können mit entsprechenden Gesten auch gedreht werden und horizontales scrollen geht mit drei Fingern. In den Systemeinstellungen gibt es dazu Videos, welche die Funktionen für Neulinge ausführlich erläutern.
Als Festplatte kommt standardmäßig ein 80GB 1.8 Zoll Laufwerk zum Einsatz, optional ist auch eine 64GB SSD verfügbar. Als Prozessor kommt die Low Voltage Variante des Intel Core 2 Duo zum Einsatz, Standard ist hier die 1,6 GHz Variante, optional gibt es 1,8 GHz. Diese CPUs haben eine maximale TDP von 17 W, 800MHz Front-Side-Bus und 4 MB L2 Cache. Es sind weiterhin 2 GB Arbeitsspeicher an Board (667 MHz) und die neueste 802.11n WLAN Technik und Bluetooth 2.1. Als Grafikchip kommt der im Chipsatz integrierte Intel GMA X3100 zum Einsatz. Der Akku soll eine Laufzeit von 5h bieten, auf ein integriertes CD/DVD Laufwerk muss der Nutzer allerdings verzichten - dies benötigt man laut Steve Jobs eigentlich auch nicht, immerhin kann man ja Filme über iTunes schauen, Software über das Internet laden und Daten auf dem Time Capsule speichern.
Für alle, die trotzdem ein Laufwerk benötigen, gibt es ein extra für das MacBook Air designte MacBook Air SuperDrive, welches man für nur 99 US Dollar dazu bestellen kann. Außerdem macht es eine spezielle Software für Windows und Mac OS X möglich, dass das MacBook Air die optischen Laufwerke anderer Rechner im Netzwerk nutzen kann, so dass dort eingelegte Medien im MacBook Air auftauchen, als hätte es selbst ein optisches Laufwerk. So ganz unwichtig scheinen optische Laufwerke also doch nicht zu sein. Die übrigen Schnittstellen sind eine USB 2.0 Buchse, DVI und Kopfhörerausgang. Auch der Apple-typische Stromstecker kommt zum Einsatz.
All dies wiegt 1,5kg und kostet in der Standardversion (1,6 GHz, 80GB Festplatte) 1.799 US-Dollar, in der größeren Ausstattung (1,8 GHz, 64 GB SSD) 3.098 US-Dollar. Die Preise für den deutschen Markt sind allerdings etwas verwunderlich, da hier offensichtlich der Dollar-Euro-Kurs nicht richtig eingehalten wurde. So kostet die Standardvariante angeblich 1.699 Euro und die teurere Variante 2.868 Euro kosten. Wenn man die US-amerikanischen Preise umrechnet, kommt man auf 1.212 Euro bzw. 2.092 Euro. Dazu muss man wohl nichts mehr sagen...
Ein cooles Produkt ist das MacBook Air auf jeden Fall, der US-amerikanische Preis ist für das gebotene auf jeden Fall gerechtfertigt und wir freuen uns schon auf die ersten Testmuster.
Das Werbevideo und eine guided Tour gibt es auf der Apple Webseite.
Die Keynotes sind auch schon online verfügbar.
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