

Das MSI IM-GM45 Mini-ITX Mainboard ist speziell für die Industrie gedacht und konzipiert worden, dies merkt man bereits am gewählten Layout. Allerdings verfügt es auch über moderne Schnittstellen wie HDMI und DVI, die ebenfalls für Endkunden interessant sind. Industrielle Kunden werden ihren gefallen an vorhandenen Schnittstellen wie den PCI und PCI-Express, den Compact-Flash Slot auf der Rückseite, die 4x S-ATA Ports, aber vor allem an den insgesamt 4x OnBoard-Serial Ports sowie den LVDS Anschluss findet, um damit digital und ohne weiteren Converter digitale Flachbidschirme ansteuern zu können. Vom MSI IM-GM45 Mini-ITX Mainboard gibt es aber auch eine leicht abgespeckte Variante (IM-GM45-D), der die beiden PS/2 Ports sowie der analoge Videoausgang fehlt. Wer z.B. das Mainboard nur an digitale Displays anschließen muss und den PCI-E 1x Erweiterungsslot nicht benötigt, kann etwas Budget (8 bis 10 EUR) einsparen. Sonst sind die Funktionen beider Mainboards identisch.
Zur Kühlung können normale Sockel P Industriekühler eingesetzt werden, in der Regel haben diese einen schnell rotierenden 40 mm Lüfter. Kühlervarianten mit flachem 60 mm Lüfter sind aber wegen dem geringeren Geräuschpegel zu bevorzugen. Das Mainboard verfügt über eine interne Lüftersteuerung im BIOS, mit der sich zumindest im laufenden Betrieb die Drehzahl deutlich reduzieren lässt und somit der Geräuschpegel sinkt. Allerdings sollte MSI ein BIOS-Update anbieten, um beim Start die Lüfterdrehzahl zu drosseln. 6000 U/m werden nicht gebraucht und produzieren unnötig Lärm.

Das MSI IM-GM45 Mini-ITX Mainboard ist an der I/O Blende voll bestückt worden und weist sowohl ältere - für die Industrie immer noch benötigte - aber auch moderne Anschlüsse auf. So findet man hier z.B. noch zwei PS/2 Ports für Maus und Tastatur sowie eine seriellen Port. Vier weitere interne serielle Ports können mit entsprechenden Patch-Kabeln erweitert werden. Für den Endkonsumenten interessant sind die beiden digitale Videausgänge HDMI und DVI, die unabhängig voneinander gesteuert werden können und ebenfalls den Anschluss von zwei digitalen TFT-Displays ermöglichen. Mit dem zusätzlichen analogen VGA Ausgang wäre sogar eine Triple-Display Lösung möglich, wobei man dafür die Intel Treiber hacken und modifizieren muss. Intern ist zudem ein digitaler LVDS Port zum direkten ansteuern digitaler TFT-Panels (im industriellen Segment) ohne zusätzlichen Wandler oder Converter vorhanden. MSI hat dem IM-GM45 zwei 1 Gbit LAN-Ports spendiert und dabei keine billigen Netzwerkkontroller von Realtek, Broadcom oder VIA - sondern hochwertige von Intel eingesetzt. Darunter sind vier weitere USB 2.0 Schnittstellen, daneben die Audio-Ports, die in der Standardkonfiguration nur 2 Kanal Sound ermöglichen (Kopfhörer, Mikrophon, Line-In) aber über den Realtek Audio-Treiber auch in eine 5.1 Surround Lösung umgewandelt werden können. Das Signal wird entsprechend umgeleitet sodass alle Kanäle als Output agieren.
Das Mainboard selbst kann mit einem 20 Pin Niedrigenergie-Netzteil betrieben werden und verbraucht in voller Ausstattung inkl. Laufwerke weit unter 100 Watt. Für den Arbeitsspeicher stehen zwei SO-DIMM Steckplätze zur Verfügung, in denen maximal 4 GB SO-DDR2-800 Arbeitsspeicher eingesetzt werden können. Maximal vier Laufwerke werden über die S-ATA Ports angesteuert, wahlweise sogar in einem Intel Matrix RAID 0/1 Verbund. Für ältere Slim-Line Laufwerke (Notebookfestplatten, CD/DVD) oder DOM-Module ist aber ein zusätzlicher 44 Pin P-ATA Port vorhanden. Das mitgelieferte IDE Kabel kann zwei Laufwerke ansteuern und hat einen Adapter auf den 40 Pin Anschluss für ältere Desktop-Festplatten. Zur Erweiterung stehen insgesamt drei PCI-Schnittstellen zur Verfügung: ein normaler PCI Slot ist in der gewöhnlichen Position platziert - dahinter befindet sich ein PCI-E 1x Slot, in dem interne Erweiterungskarten eingesetzt werden können die keine externe Slotblende benötigen (z.B. RAID Controller oder Switches). Am Mini-PCI-E 1x können sonstige Erweiterungskarten wie WLAN-Modul, DVB-T Tuner eingebaut werden. Theoretisch lassen sich hier auch Turbo-Memory Module oder Solid State Disks im Mini-PCI-E Format einsetzen, um z.B. das System ohne eine mechanische Festplatte zu betrieben.


Das MSI IM-GM45 ist zwar speziell für die letzte Generation der Intel Core 2 Duo Prozessoren mit Penryn Kern konstruiert, es unterstützt aber eine Vielzahl von Intel Mobilprozessoren für Sockel P mit ein- oder zwei Kernen. Zu den günstigen Prozessoren zählt die Celeron M 5xx Serie mit Merom Kern, 533 bis 667 MHz FSB und 1 MB Cache. Der TDP Wert liegt bei 30 bis 31 Watt. Leistungsstärker sind die dennoch günstigen Intel Pentium Dual-Core Prozessoren aus der T2xxx, T3xx und T4xxx Serie ebenfalls mit Merom Kern, 533, 667 oder 800 MHz FSB, 1 MB Cache und einen TDP-Wert von 35 W. Danach folgen die verschiedenen Intel Core 2 Duo Prozessoren mit Merom Kern (75xx, T7xxx, L7xxx), 677 bis 800 MHz FSB und 2 bis 4 MB Cache. Der TDP liegt bei 34 und 35 Watt sowie 17 Watt für die L7xxx Low Voltage Spezialserie. Die leistungsfähigsten Core 2 Duo Prozessoren sind diejenigen mit Penryn Kern. Davon gibt es die günstigere T6xxx Serie mit 800 MHz FSB und 2 MB Cache, danach die T8xxx Serie mit ebenfalls 800 MHz FSB aber 3 MB Cache sowie die Hochleistungsserie T9xxx, die die höchsten Taktraten erzielt, einen FSB von 1066 MHz besitzt und über insgesamt 6 MB Cache verfügt. Mit einem solchen Intel Core 2 Duo T9xxx werden Performancewerte erzielt, die mit einem Intel Core 2 Quad Desktop Prozessor vergleichbar sind. Von den Penryn Core 2 Duo Prozessoren gibt es auch immer stromsparendere Varianten (Low Voltage, Ultra Low Voltage), die mit 25 Watt TDP (P7xxx, P8xxx, P9xxx, SP9xxx) eine geringere Verlustleistung gegenüber der normalen T9xxx Serie aufweisen und somit mit einer geringeren Kühlmaßnahme auskommen. Die SL9xxx Serie weist gar einen TDP von nur 17 Watt und die SU9xxx Modelle (Ultra Low Voltage) TDP von 10 Watt auf und können damit schon passiv ohne Lüfter gekühlt werden, allerdings werden hier nur niedrigere Taktfrequenzen erreicht, weshalb die Performance nicht so hoch ist. Alle Prozessoren (bis auch die Celeron M) verfügen über die Stromsparfunktion Enhanced Speedstep, die die Taktfrequenz im Leerlauf auf 800 bis 1000 MHz heruntertaktet und ebenfalls die Kernspannung reduziert, um sowohl Strom zu sparen als auch die Betriebstemperatur zu senken.
Der Intel GM45 weist neben vielen Optimierungen bei der Systemperformance und dem Stromverbrauch auch über eine neue Graifkeinheit auf. Der mit 475 MHz getaktete Intel GMA X4500M HD Grafikchip erzielt im Vergleich zum Vorgängermodell des Intel 965GME Chipsatzes eine bis zu 3x so hohe Performance auf, ist DirectX 10 (Windows Vista Premium Zertifizierung für Aero Oberfläche) und Shader Model 4.0 kompatibel. Allerdings ist die Leistung nicht mit einem modernen Grafikchip von NVIDIA oder ATI vergleichbar. Für gelegentliches Spielen reicht die Performance der onboard Grafik aus, auch als Kiosk oder für einen Spielautomaten kann das Mainboard dienen. Gegenüber dem Vorgängergrafikchip ist aber der Intel GMA X4500M HD voll HD-fähig und kann 1080p Videos durch die Intel Clear-Video Technik hardwarebeschleunigen, entlastet dabei die CPU und übernimmt den Großteil der Berechnungen. Daher ist dieses Mainboard auch Blu-ray zertifiziert. Im Test erwiesen sich die Intel Treiber aber noch nicht als fehlerfrei und erzeugten beim Abspielen von HD-Videos Bildartefakte, wenn die Intel Clear Video Hardwarebeschleunigung aktiviert wurde. Ohne Intel Clear Video muss die CPU entsprechend mehr rechnen.
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