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MSI Wind PC Nettop
Mittelgroßer Nettop mit stabiler Bauweise der auch unter dem Bildschirm positioniert werden kann. Günstig in der Barebone-Version womit ein Komplettsystem ohne Betriebssystem unter 200 EUR möglich ist.
von igor.c   20.03.2009
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Gehäuseinneres






Der MSI Wind PC weist eine einfache Bauweise auf, die sonst eher von Barebones bekannt ist. Das macht den Wind auch interessant für Systemintegratoren, die ihn so leicht anpassen können. Der Gehäusedeckel ist mittels 2 Schrauben fixiert und kann abgenommen werden. Die Kunststoff-Frontblende ist hingegen mit Fixklammern befestigt und lässt sich ebenfalls entfernen, danach kann man einfach den Laufwerkskäfig an dem Handgriff packen und nach vorne ziehen. Im reinen Barebone ist der DVD-Brenner im 5,25" Format schon enthalten, die Komplettsysteme werden zusätzlich mit 160, 320 oder 500GB Platte sowie 1 bis 2 GB RAM ausgeliefert. Vorbildlich ist das Kabelmanagment und die Ordnung im Case, MSI setzt ausschließlich auf dünne S-ATA Kabel und gewährleistet damit eine optimale Luftzirkulation.


Mainboard, Speicher und Erweiterungen






Das MSI MS-7418 Mainboard im MSI Wind PC hat eine recht unkonventionelle Form. Wir hätten ein Mini-ITX oder eventuell ein Mini-DTX Board erwartet, so wie das von den Spezifikationen sehr ähnliche MSI MS-7314 Mini-DTX Mainboard. Damit hat der MSI Wind PC das Problem, dass man nicht eines Tages einfach das Mainboard gegen ein neues im Mini-ITX Format austauschen kann, sondern tatsächlich den gesamten PC verwerfen muss, sollte mal etwas am Mainboard nicht mehr funktionieren.








In allen Versionen des MSI Wind PC ist nur ein einziger Slot für ein Notebook-Speichermodul vorhanden. Dual-Channel ist deshalb nicht möglich, der maximale Speicherausbau beträgt 2 GB. Gleich daneben ist ein interner und bootbarer Compact-Flash Slot vorhanden. Zwar wird das SUSE Linux auch auf den Linux-Versionen des Wind PC auf der Festplatte installiert, aber es wäre auch denkbar - besonders für den industriellen Einsatz - keine Festplatte einzubauen und ein kompaktes Betriebssystem (Windows CE oder Linux) auf der Compact-Flash Karte einzurichten.

Richtung Vorne-Mitte ist dann noch ein Mini-PCI-E Slot vorhanden, in dem z.B. ein WLAN Modul oder TV-Modul eingesetzt werden könnte. Bohrungen für die Durchführung eines Antennenkabels sind an der Rückseite des Gehäuses schon vorhanden. Alternativ wäre es denkbar, auch ein Turbo-Memory Modul einzusetzen, um Windows Vista zu beschleunigen, wobei wir generell von den Vista Versionen abraten, da Vista zu viel Performance schluckt.


CPU und Chipsatz, integrierte Grafik




Bei der CPU herrscht ziemlich Verwirrung. Auf der Webseite von MSI ist manchmal die Rede von einem Atom N270, unter Preissuchmaschinen wie Geizhals und Co. tauchen Modelle auf mit Atom 230, Atom N230 und Atom N270. Nach intensiver Recherche ist klar, dass auf besagten Seiten einfach fehlerhafte Informationen ausgegeben wurden, die auch damit zu tun haben, dass zu Beginn der Atom Serie Intel etwas verwirrende Bezeichnungen für die Prozessoren einsetzte (laut Aussage von MSI). Definitiv wird in allen Modellen der ersten Serie die Desktop Version des Intel Atom, das Modell 230 mit 1,6 GHz eingesetzt. Der Atom 230 hat einen etwas höheren Stromverbrauch (1-2 Watt) als die mobile Version N270, die vor allem in den Netbooks eingesetzt wird. Der Intel Atom 230 Prozessor eignet sich hauptsächlich für Office und Internet, Multimedia und Spiele sind eingeschränkt auch möglich, zu viel darf man aber nicht erwarten. Daher ist auch unsere Empfehlung, kein Windows Vista bei den Single Core Atom 230 Modellen einzusetzen.

Der neue MSI Wind PC D130 ist hingegen mit dem Intel Atom 330 Prozessor ausgestattet, das ist die Dual-Core Version und besteht praktisch aus 2x Atom 230 Kerne, die auf einer CPU-Platine verbaut sind. Die Vorteile des Atom 330 liegen weniger in höhere Rechenleistung (beide Varianten sind ja genau gleich mit 1,6 GHz getaktet), sondern im Verbesserten Multitasking, da zwei getrennte CPUs auch gleichzeitig mehr Programme verwalten können ohne dass das System in die Knie geht. Wer Vista einsetzt oder auf das Arbeiten mit mehreren Programmen angewiesen ist, sollte daher auf den Wind PC D130 mit Intel Atom 330 ausweichen. Allerdings ist diese Version in Europa noch nicht erhältlich, sollte im 2 Quartal 2009 aber definitiv erscheinen.

Beim Chipsatz handelt es sich auch - entgegen dem was in so manchen MSI Broschüren angegeben wird - nicht um die mobile Variante Intel 945GSE sondern leider um den bekannten Stromschlucker Intel 945GC, der in normalen PCs früherer Generation eingesetzt wurde. Der Chipsatz enthält die diskrete Intel GMA 950 Grafik, die zwar Vista Ready ist und auch 3D unterstützt, aber nur ältere Spiele noch flüssig betreiben kann.


Kühlsystem



Auf den Broschüren von MSI oder im Web ist oft die Rede von passiver Kühlung beim MSI Wind PC. Dies entspricht nur teilweise der Wahrheit. Es stimmt zwar dass CPU und Chipsatz nicht direkt mit einem Lüfter gekühlt werden, doch das Gehäuse besitzt dennoch einen 60 mm Lüfter. Dieser ist in der Regel angenehm leise, aber immer wieder, besonders unter Volllast oder beim Durchführen eines Benchmarks wird er ziemlich laut. Laut ist der Lüfter erst recht dann, wenn man das Gehäuse offen hat und dann der Luftfluss gestört wird, sodass CPU und Chip zu heiß werden. Wer den Lüfter gar nie hören möchte, sollte den Luftstrom beeinflussen, indem er hinter dem RAM Modul und darüber ein Schaumstoffelement einbaut. Dann ist die Luft gezwungen hinter dem Speicher vorbei zu strömen, gerät dann auf jeden Fall über die CPU und den Chip bevor sie hinaus geblasen wird. Damit erzielten wir im Test das Beste Ergebnis. Wichtig ist aber, dass die rechte Seite des Wind PC frei bleibt und nicht mit Büchern oder Ähnlichem verbaut wird, damit hier genug Luft durchs Lochgitter durchströmen kann.


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