

Samsung setzt im N510 Ion Netbook den mittlerweile veralteten Intel Atom N270 Prozessor mit 1,6 GHz ein. Warum dies so ist, kann eigentlich in Anbetracht der Produkte anderer Hersteller (die fast alle auf den Atom N280 setzen) nicht nachvollzogen werden. Der Leistungsunterschied ist zwar minimal, denn der Atom N280 ist nur 60 MHz höher getaktet, allerdings verfügt dieser auch über einen schnelleren FSB von 667 MHz, während der Atom N270 nur 533 MHz besitzt. Dieser minimale Unterschied kann jedoch in Situationen, in denen etwas mehr Leistung benötigt wird, einen bedeutenden Unterschied machen.
Im Praxistest hatten wir zudem den Eindruck, dass die CPU und die Festplatte den Flaschenhals bildete, während die Grafikeinheit noch Luft hatte. Oft blieb das Netbook hängen und 720p WMV HD-Videos waren nicht flüssig, obwohl diese jedes andere normale Netbook auch ohne NVIDIA Ion schafft. Die Ursachenforschung war aufwändig und erst als sich Samsung's Pressestelle selbst einschaltete, konnte die Problematik ermittelt werden, die im Übrigen die gesamte N510 Produktserie betrifft und bei uns auf mehreren Testmustern auftrat. Aber nicht die CPU oder die Festplatte ist schuld daran, sondern der Speicherkontroller der deutlich das Netbook ausbremst. Diese Fehlerdiagnose wurde auch an Samsung Korea übermittelt, doch bis heute haben wir keine Antwort bekommen. Ob Samsung etwas verändert, bleibt also unklar. Fakt ist, dass das Samsung N510 bei allen Rechenaufgaben langsamer ist, wo nicht der Grafikchip zum Einsatz kommt. Denn hier kann das Samsung N510 richtig punkten, während die restlichen Netbooks nur über eine lahme Intel Grafikeinheit verfügen. Das Samsung N510 ist nämlich das erste Netbook mit dem NVIDIA MCP7A-ION LE Chipsatz. Dieser verfügt über den NVIDIA GeForce 9400M G Grafikchip, der HD-Videos und spieletauglich ist. Der Grafikchip ist mit 450 MHz getaktet, während der Shader-Takt bei 1100 MHz und der Speicher-Takt bei 1600 MHz liegt. Der GeForce 9400M G wäre eigentlich DirectX 10 fähig, allerdings genehmigt Microsoft bei einem DirectX 10 fähigen Netbook nicht die Nutzung von Windows XP (Ultra Low Cost Lizenz), sondern würde Vista oder Windows 7 vorschreiben. Deshalb hat NVIDIA mit der Variante ION LE die DirectX 10 Funktion deaktiviert, während die restlichen Features und auch die Geschwindigkeit gleich geblieben ist. Zudem ist diese Chipvariante auch noch etwas günstiger. Weitere Funktionen der NVIDIA GeForce 9400M G Grafik ist die Unterstützung von PhysX, womit der Grafikprozessor die Berechnungen von physikalischen Ereignissen bei Computerspielen (z.B. Age of Empires III, Die Siedler, Gears of Wars, Ghotic 3, Unreal Tournament) oder Simulationssoftware übernehmen kann. Allerdings darf man von einem ION Grafikprozessor keine Wunder erwarten, da der Grafikchip nur über 16 Stream-Prozessoren verfügt, während eine dedizierte Notebook-Grafikeinheit zwischen 48 und 128 Kerne besitzt und eine 20 bis 60x Geschwindigkeit gegenüber dem GeForce 9400M G Grafikchip dieses NVIDIA Ion Netbooks aufweist. Dennoch ist die graphische Performance gegenüber einem herkömmlichen Netbook 5 bis 10x so hoch. Die PhysX-Engine wird im Rahmen der CUDA-Schnittstelle ausgeführt. CUDA hat eine ähnliche Funktion, soll jedoch normale Rechenaufgaben der CPU abnehmen und damit den Prozessor entlasten, was auch im Falle der langsamen Intel Atom sehr sinnvoll ist. Dafür speziell programmierte Anwendungen können die zu erledigende Rechenaufgabe statt auf der CPU, auf dem Grafikprozessor auslagern und nutzen dabei die 16 Stream-Prozessoren des GeForce 9400M G aus. Auch hier ist der Geschwindigkeitsvorteil deutlich, vor allem wenn man Videos ins H.264 Format konvertieren will. Da ist ein Film doppelt so schnell umgewandelt, als der Intel Atom Prozessor alleinebenötigen würde. Anfangs waren es hauptsächlich mathematische Programme die CUDA nutzten, mittlerweile sind jedoch auch eine Menge an Anwendungen, die im Grafik- und Multimediaumfeld genutzt werden. Die Liste ist mit Adobe Photoshop CS2, Cyberlink PowerDVD 9, PowerDirector7 und MediaShow Espresso, Badaboom Video Konverter, Nero Move it schon groß, wird in Zukunft sicher noch zunehmen da diese Technik ein Vielfaches der reinen CPU-Leistung erreicht. Die höhere Performance hat jedoch ihren Tribut: mehr Abwärme die ein entsprechend schnell drehender Lüfter nach außen transportieren muss. Dieser konstante Lärmpegel von 37 dB nervt die Dauer.

Das Samsung N510 ist laut Herstellerwebseite mit 1 GB SO-DDR2-800 Speicher ausgestattet, tatsächlich ist aber nur DDR2-667 eingebaut. Allerdings ist nicht der Speicher die Ursache für die schlechtere Performance. Die Festplatte schien ebenfalls immer wieder auszusetzen, doch das Austauschen beider Komponenten löste nicht die Problematik sodass hier nur noch der Speicherkontroller in Frage kommt, der die Daten nicht schnell genug weiterleitet. Doch dieser kann nicht aufgerüstet werden. Auf jeden Fall tun 2 GB RAM dem Samsung N510 2 GB gut, vor allem dann wenn man Spielen will. Schade, dass nur ein einzelner Slot zur Verfügung steht und man deshalb die Dual-Channel Technik nicht nutzen kann und das eingebaute Speichermodul verliert. Theoretisch lassen sich auch die anderen Komponenten wie das Atheros 54 Mbit WLAN Modul ersetzen, allerdings muss dafür das gesamte Gehäuse geöffnet werden, was zwar nicht so schwer ist, aber den Garantieverlust mit sich bringt. Ein Bluetooth Modul ist auch vorhanden, und der Akku erzielt mit seinen 57 Wh eine maximale Autonomie von 6,5 Stunden. Mit dem optional erhältlichen 66 Wh Hochleistungsakku steigt die maximale Laufzeit sogar auf 7,5 Stunden.


Samsung ist der erste Hersteller, der ein 11,6" Netbook mit einem matten Display ausstattet. Alle anderen Netbooks dieser Klasse (Packard Bell dot m, Packard Bell dot m/a, MEDION Akoya Mini E1312 und ASUS Eee PC 1101HA) haben spiegelnde Glare-Type Displays. Die Auflösung beim Samsung liegt jedoch wie bei den anderen Produkten bei 1366 x 768 Pixel, damit lässt sich auf dem Samsung N510 bis zu 70% mehr Inhalt darstellen als auf 10" Netbooks oder dem Samsung NC10 und auch 15% mehr als beim 12" Samsung NC20 Netbook. Dies fördert natürlich die Ergonomie, denn damit kann man einfach mehr Inhalt bei Dokumenten und auf Webseiten sehen, und effizienter arbeiten. Nicht so toll sieht es mit der Ausleuchtung des Displays aus, die bei der hellsten Stufe deutliche Unterschiede von der einen zur anderen Ecke zeigt. Oben rechts erreicht das Display den niedrigsten Messwerte mit 140 Lux, in der Mitte sind es über 200 Lux und an der linken Seite liegt die Helligkeit zwischen 170 und 180 Lux. Diese Unterschiede merkt man auch mit bloßem Auge auf einer weißen Fläche, auch wenn sie dann im Alltag nicht mehr so auffallen. Schwarz und weiß werden nicht perfekt dargestellt, Farbverläufe sind dafür einwandfrei. Generell ist die Helligkeit gut, allerdings wäre die Note für das Display noch besser gewesen wenn die Messungen einen konstanten Wert um die 200 Lux in allen Bereichen gezeigt hätte, denn mit 200 Lux kann man auch mit einem matten Display hervorragend im Freien arbeiten. Beim Samsung N510 geht das gerade noch, allerdings blendet das Display stark auf bei direkter Sonnenstrahlung.
Helligkeit max. (min.) |
| Farbwiedergabe |
| Bildanomalien | 170 (17) Lux |
| 142 (15) Lux | Weiß | o | Reflektionen | Nein |
| 204 (20) Lux |
| Schwarz | o | Blickbereich (h,v) | 140°, 70° | 180 (18) Lux |
| 170 (18) Lux | Farbverläufe | ++ |
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