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Shuttle XPC SG45H7 Mini-Barebone
Sehr schöner kompakter Rechner für hohe Leistungsansprüche mit bis zu 16 GB RAM, gut übertaktbar, viele moderne Schnittstellen aber kein Support für DDR2-1066 und zu laut für den Schreibtisch.
von igor.c   18.02.2009
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Gehäuseinneres






Das Innere des Shuttle XPC SG45H7 präsentiert sich stets aufgeräumt, werkseitig sind bereits zwei S-ATA Kabel für Festplatten und ein P-ATA Kabel für optische Laufwerke verlegt, das ist wirklich vorbildlich und erspart sowohl dem Endkunden, der sich den PC zusammenbaut, als auch dem Assemblierer, der den PC auf Kundenwunsch zusammenstellt, viel Arbeit. Trotzdem geht es hier eng zu, weshalb manche Handgriffe ein wenig knifflig sind. Die Montage ist aber von Experten auch ohne Anleitung zu bewerkstelligen. Nur bei der CPU und dem CPU-Kühlkörper ist etwas mehr Arbeit angesagt. Am Besten beginnt man die Montage zuerst mit der CPU, dann mit dem Arbeitsspeicher und letztendlich mit den Laufwerken.

Für die Laufwerke ist ein eigens vorgesehener Alu-Rahmen vorhanden, der aus dem restlichen Chassis herausgenommen werden kann, was wiederum die Montage erleichtert. Insgesamt können im Rahmen 2x 3,5" Laufwerke (z.B. 2 Festplatten die dann möglicherweise im Raid-Verbund laufen oder 1 Festplatte und 1 Diskettenlaufwerk) und ein optisches Laufwerk eingebaut werden. Sollte das optische Laufwerk nicht über die P-ATA Schnittstelle sondern eine S-ATA verfügen, kann es mittels dem mitgelieferten S-ATA Kabel an den dritten S-ATA Port am Mainboard angeschlossen werden. Probleme mit optischen Laufwerken traten bei uns mit einem Blu-ray Brenner von Samsung auf, dessen Öffnungstaste nicht von der Öffnungstaste des Shuttle Gehäuses erreicht wird. Vor dem Kauf sollte man darauf achten, dass das DVD oder Blu-ray Laufwerk mit dem Shuttle XPC SG45H7 kompatibel ist und dass sich die Laufwerksschublade durch die Fronttaste im Gehäuse auch wirklich öffnen lässt. Ansonsten muss man basteln.

Das neue Shuttle PLUS 80 Netzteil liefert einen maximalen Output von 300 Watt und garantiert laut Angaben des Herstellers einen Wirkungsgrad von über 80%. Unter normalen Bedingungen verbraucht der Shuttle XPC SG45H7 mit einem Core 2 Duo Prozessor und der integrierten Grafik zwischen 75 und maximal 130 Watt. Eine Gaming-Konfiguration mit stärkstem Core 2 Quad und einer Zotac GeForce 9800 GT AMP! Grafikkarte erreichte bei uns maximal 235 Watt Spitzenwert, auch diese bewältigte der Shuttle problemlos obwohl die Zotac Grafikkarte laut Verpackungsangaben mindestens ein 400 Watt Netzteil mit 26 Ampere auf der 12 Volt Schiene benötigen würde. Auch das deutlich übertaktete System lief stabil und überforderte das Netzteil mit einem Verbrauch von fast 250 Watt nicht wirklich. Das bedeutet, dass GeForce 9800 GTX Grafikkarten mit einem maximalen Stromverbrauch von 180 Watt (9800 GT hat 120 Watt) noch im Rahmen des Möglichen stehen. Erst unter einem Peak-Load von CPU, allen Komponenten und der Grafikkarte würde man damit die 300 Watt Grenze erreichen. ATI HD48xx und die neuen nVidia GTX 260 Grafikkarten sind daher auch möglich, bei einer nVidia GTX 280 mit 240 Watt Stromverbrauch liegt der Gesamtverbrauch über den Spezifikationen des Netzteils. Diese Grafikkarte könnten zwar noch gehen, empfehlen wollen wir dies aber nicht. Achten sollte man auch auf Dual-GPU Grafikkarten, denn diese weisen in der Regel einen deutlich höheren Stromverbrauch als normale Grafikkarten auf. 180 Watt nur für die Grafikkarte sollte das absolute Maximum sein, um noch einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. Der CPU und Festplatte blieben damit noch 100 bis max. 120 Watt übrig.


Mainboard, Speicher und Erweiterungen






Das Mainboard in diesem Shuttle Mini-Barebone ist das Shuttle FG45 mit Intel G45 Chipsatz. Es ist im Flex-ATX Format gebaut und somit 27 x 19,5 cm groß. Interessant für industrielle Kunden ist, dass das Mainboard mit Feststoffelektrolytkondensatoren (Solid Capacitors) bestückt ist. Diese Kondensatoren sind deutlich hitzebeständiger und langlebiger als normale Kondensatoren, weshalb der Einsatz von diesem Mini-Barebone auch in Server-Umgebungen von Interesse sein könnte.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgen die insgesamt 4 Arbeitsspeicherbänke, die insgesamt 16 GB RAM erlauben, wenn jedes Speichermodul je 4 GB Kapazität besitzt. Dieses Feature bringt kein anderer Barebone (außer das sehr ähnliche Modell XPC SP45H7) mit, in der Regel werden sonst immer nur 2 Speicherbänke integriert. Der XPC SG45H7 kann deshalb besonders für Einsätze als Workstation eine interessante Lösung sein. Aber, es gibt einige Wermutstropfen: erstens unterstützt der SG45H7 nur DDR2-800 (1066 Speicher kann zwar eingestellt werden, stürzt aber immer ab oder das System wird sehr instabil, dies bereits ab 1000 MHz Speichertakt, übrigens auch beim SP45H7 Modell dass offiziell DDR2-1066 unterstützt) und zweitens kann ein Betriebssystem mit 32-bit nur maximal 3,25 GB adressieren. Die für diesen Test extra bestellten vier takeMS Module konnten wir unter einem normalen Betriebssystem mit 32-bit nicht ausreizen. Da die Mehrzahl der User noch 32-bit Systeme wie Windows XP oder Windows Vista einsetzt, machen mehr als 4 GB RAM keinen Sinn. Vista limitiert den Speicher ohnehin auf 3 GB. Erst Vista 64-bit oder andere Microsoft bzw. Linux Serverlösung kommen mit mehr als 4 GB Arbeitsspeicher zurecht und können diesen auch ansprechen. Ein bekannter Nachteil von Windows Vista 64-bit ist allerdings, dass NUR von Microsoft zertifizierte Treiber eingesetzt werden können und für viele Komponenten oder Peripheriegeräte keine oder nur schlecht funktionierende 64-bit Treiber zur Verfügung stehen. Weiters profitiert man von 64-bit auch nur dann, wenn Software für 64-bit geschrieben worden ist, und das ist bei den meisten Consumer orientierten Programmen wie Officeanwendungen, Videoschnittsoftware, Grafikprogramme oder Spiele noch nicht der Fall. 64-bit mit 16 GB macht also nur dann Sinn, wenn alles dafür abgestimmt ist. Der normale User wird von diesem Feature in der Regel nicht profitieren können.

Der Shuttle XPC SG45H7 verfügt über 3x S-ATA2 300 MB/s Ports, zwei davon sind werkseitig schon verkabelt, der dritte kann für ein S-ATA optisches DVD/Blu-ray Laufwerk verwendet werden. Ein IDE P-ATA 100 gibt es auch, und auch dieses ist bereits verkabelt. Versteckt unter dem Netzteil hat Shuttle einen Floppy-Anschluss, viele der Shuttle Barebones haben diesen gar nicht mehr. Hiermit scheint Shuttle auf gewisse Kundenwünsche eingehen zu wollen, obwohl Floppy fast schon ausgestorben ist - bzw. schon längst ausgestorben sein solle.





Auf der linken Seite des Shuttle XPC Barebones ist ein PCI-Slot für Erweiterungskarten und ein PCI-E 16x Slot für Grafikkarten enthalten. Wer beide Slots verwenden will, muss eine Grafikkarte mit einem schmalen Single-Slot Kühler erwerben, da sonst der PCI Slot verbaut wird. Die integrierte Intel GMA X4500HD Grafik ist für den Standarduser sicher ausreichend, auch für ältere 3D-Spiele, doch der ambitionierte Gamer will einfach mehr. Mit einer dedizierten Grafikkarte lässt sich die 3D-Leistung um den Faktor 5x bis 10x steigern. Wie weiter oben beschrieben sind Grafikkarten bis zur nVidia 9800GT Klasse eine gute Wahl und verfügen über ein ausgezeichneten Preis/Leistungs/Stromverbrauch Verhältnis. ATIs HD48xx Modelle, nVidia 9800GTX und die neuen nVidia GTX 260 Karten sind das oberste Limit in Kombination mit einem Intel Core 2 Quad (95 Watt TDP), um die Netzteilkapazität von 300 Watt nicht zu sprengen.


CPU und Chipsatz, integrierte Grafik






Im Shuttle XPC SG45H7 können eine Vielzahl von Prozessoren eingesetzt werden, die für einen FSB von 800, 1066 oder 1333 MHz ausgelegt sind. Dies geht von den günstigen Celeron oder Celeron Dual-Core Serien bis hin zur Pentium Dual-Core Klasse, die Core 2 Duo's oder die neuen Core 2 Quad Prozessoren aus der Q9xxx Serie mit Yorfield Kern:

Celeron 4xx (Conroe-L, 800 MHz FSB, 512 KB Cache, 65 W TDP)

Celeron Dual-Core E1xxx (Allendale, 800MHz FSB, 512KB Cache, 65W TDP)

Pentium Dual-Core E2xxx (Allendale, 800MHz FSB, 1MB Cache, 65W TDP)

Pentium Dual-Core E5xxx (Wolfdale, 800MHz FSB, 2MB Cache, 65W TDP)

Core 2 Duo E4xxx (Allendale, 800/1066MHz FSB, 2MB Cache, 65W TDP)

Core 2 Duo E6xxx (Conroe, 1066/1333MHz FSB, 2/4MB Cache, 65W TDP)

Core 2 Duo E7xxx (Wolfdale, 1066MHz FSB, 3MB Cache, 65W TDP)

Core 2 Duo E8xxx (Wolfdale, 1333MHz FSB, 6MB Cache, 65W TDP)

Core 2 Quad Q6xxx (Kentsfield, 1066MHz FSB, 8MB Cache, 95/105W TDP)

Core 2 Quad Q8xxx/Q9xxx (Yorkfield, 1333MHz FSB, 4/6MB Cache, 95W TDP)

Core 2 Quad Q9xxx (Yorkfield, 1333MHz FSB, 12MB Cache, 95W TDP)

Core 2 Extreme QX6xxx (Kentsfield, 1066/1333MHz FSB, 8MB Cache, 130W TDP)

Core 2 Extreme QX9xxx (Yorkfield, 1333MHz FSB, 12MB Cache, 130W TDP)


Somit sind sowohl preisgünstige Maschinen als auch High-End Workstations oder Gaming-PCs möglich. Achtung ist geboten, wenn man Core 2 Extreme CPUs einsetzt, dessen TDP deutlich höher liegt als bei normalen Quad-Core Prozessoren. Zusammen mit einer schnellen Grafikkarte würde man hiermit früher das Netzteillimit erreichen.

Interessanterweise werden im Shuttle XPC SG45H7 nicht Prozessoren mit einem FSB von 1600 MHz unterstützt, dieses Privileg ist ausschließlich dem Modell SP45H7 vorbehalten. Dennoch konnten wir im SG45H7 locker den stärksten Intel Core 2 Quad auch auf 1600 MHz FSB übertakten und erreichten damit eine deutlich höhere Performance als ein Core 2 Extreme mit 3,2 GHz und 1600 MHz FSB, der aber ein vielfaches davon kostet.


Der Intel G45 Chipsatz ist im Gegensatz zum P45 Chip des Shuttle XPC SP45H7 mit einem Grafikprozessor ausgestattet, dem Intel GMA X4500HD. Dieser Grafikprozessor ist erstmals richtig HDTV fähig und unterstützt somit aktiv die Wiedergabe von Blu-ray Discs mit der maximalen Auflösung von 1080p und die Variante 1080i mit 60 Halbbildern pro Sekunde. Er unterstützt die HDCP-Verschlüsselung und sendet diese via HDMI Port an entsprechende Flachbildfernseher. Da der Intel GMA X4500HD Grafikchip jedoch Kompatibilitätsprobleme mit gewissen Blu-ray Discs aufweist, sollte man stets aktuelle Treiber und aktuelle Wiedergabesoftware mit den letzten Updates einsetzen. Sonst kann es sein, dass immer wieder Ruckeln bei der Wiedergabe auftritt. Mit dem Intel GMA X4500HD kann man auch Spielen, allerdings darf man nicht zu viel erwarten. Die Benchmarks des Intel GMA (1422 Punkte 3DMark05, 823 Punkte 3DMark06) verdeutlichen, wie groß der Unterschied zu einer GeForce 8600 GT Grafikkarte (11910 Punkte 3DMark05, 5909 Punkte 3DMark06) ist. Dabei war der Stromverbrauch nur unwesentlich höher, nämlich 75 Watt im Idle mit OnBoard Grafik und 89 Watt Idle mit Geforce 8600 GT Grafik. Wer den PC also zum Spielen verwenden möchte, sollte auf jeden Fall eine dedizierte Grafikkarte einsetzen.


Kühlsystem





Wie bei allen High-End Systemen von Shuttle wird auch im XPC SG45H7 eine I.C.E. Heatpipekühlung mit Kupferkern mitgeliefert. Man muss also nicht einen eigene CPU-Kühler noch kaufen. Das Heatpipe-System arbeitet kühltechnisch sehr effizient, die Temperaturen sind immer im Grünen Bereich. Der Kupferkühler nimmt die Hitze auf, leitet diese über die Heatpipes an den Radiator weiter und ein großer temperaturgeregelter (via Smart-Fan Funktion im Bios) Lüfter bläst Luft durch die Kühllamellen hindurch. Das I.C.E. System weist zudem den entschiedenen Vorteil gegenüber Standard-Kühlern auf, dass hier nicht die Gehäuseluft auf den CPU-Kühler draufgeblasen wird und sich dadurch die Luft im Gehäuse dauernd mehr erwärmt, sondern dass er generell die leicht erwärmte Luft hinaus bläst und dabei auch die CPU mit kühlt. Somit entsteht kein Hitzestau im Case, laufend wird frische Luft angesaugt und die erwärmte hinausgeblasen. Dies wäre auch anders gar nicht denkbar für ein High-End System in so einem kompakten Gehäuse. Der Chipsatz wird von einem 40mm Lüfter gekühlt, der nicht auf durch besondere Geräuschemissionen.

In der Summe aber, also Netzteillüfter, CPU-Lüfter, Chipsatzlüfter, zusätzlichem Grafikkartenlüfter und drehender Festplatte wirkt der SG45H7 zu laut für den Einsatz auf dem Schreibtisch, da er die 39 dBA auch im Leerlauf erreicht. Leider gibt es keinen vereinzelten "Bösewicht" unter den Lüftern, den man ausschalten könnte. Es ist einfach die Summe der Geräusche und das deutlich zu spürende Vibrieren am Gehäuse, dass diese Lautheit verursacht. Gegen eine sehr laute Grafikkarte kann Shuttle auch nichts tun, aber trotzdem sollte Shuttle versuchen, die Geräuschkulisse noch besser im Griff zu bekommen und auch über Schalldämpfer und Festplattenentkoppelung im Case nachzudenken. Immerhin hat Shuttle hier bereits den Netzteillüfter, der in manch anderen Barebones noch richtig laut war, ziemlich leise bekommen.



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