Der Shuttle XPC SG45H7 verwendet das recht neue H7 Gehäuse, das eine Kombination aus der G5 und der P2 Serie ist, aber definitiv die Designmerkmale des schönen G5-Case übernommen hat. Schwarz eloxiertes und gebürstetes Aluminium verleihen diesem Mini-Barebone höchste Punkte im Design, dabei wirkt er nicht übertrieben aufgestylt.
Der Shuttle XPC SG45H7 kann entweder mit günstigen Celeron oder Pentium Prozessoren, aber auch mit Core 2 Duo und High-End CPUs wie der Core 2 Quad mit bis zu 1333 MHz bestückt werden, zumindest offiziell. Denn das System lässt sich locker auf bis zu 1600 MHz FSB übertakten, sodass man Leistungswerte von Core 2 Extreme Prozessoren erreicht. Die maximale Speichergeschwindigkeit von DDR2-800 ist aber enttäuschend, bei DDR2-1066 Speicher stürzt das System immer ab. Der integrierte Intel GMA X4500HD ist ein guter Allround-Grafikchip mit HDTV-Beschleunigung (vorausgesetzt neue Treiber und Software vorhanden). Auch 3D-Spiele sind bis zu einem begrenztem Maße möglich. Wer mehr will, baut sich eine moderne Grafikkarte ein, sollte aber achten dass der maximale Stromverbrauch der Grafikkarte nicht über 180 Watt liegt um das Netzteil nicht zu überfordern. Gute Gaming Maschinen sind mit dem Shuttle XPC SG45H7 ebenfalls möglich, so lange man nicht Dual-GPU, SLI oder Crossfire benötigt, sonst wird die Netzteilkapazität überschritten. Der absolute Hammer sind die möglichen 16 GB RAM, die allerdings nur mit einem 64-bit Betriebssystem ausgeschöpft werden können, da 32-bit Systeme maximal 3,25 GB verwalten und man deshalb bereits 4 GB nicht mehr ausnutzen kann.
Das System verfügt über viele moderne Schnittstellen wie insgesamt 6x USB Ports, Firewire 400, 3x eSATA Schnittstellen für externe Festplatten, 7.1 Kanal Sound und einen HDMI Videoausgang für HDTV-Übertragung mit HDCP Verschlüsselung von Blu-ray Discs. Leider verfügt das System nicht über einen weiteren digitalen DVI Videoausgang sondern nur über eine analoge D-SUB Buchse. Wer Dual-Screen in hoher Qualität benötigt, sollte eine Grafikkarte einsetzen. Das System kann intern mit 2x 3,5" Festplatten und einem DVD- bzw. Blu-ray Laufwerk bestückt werden, die dafür nötigen Kabel sind schon verlegt. Vorsicht ist geboten mit optischen Laufwerken, deren Öffnungs-Taste von der Regel abweicht. In unserem Test konnte der Shuttle XPC nämlich einen Samsung Blu-ray Brenner nicht öffnen, da die Taste an der Frontklappe nicht die Taste des Laufwerks berührt. Ein Diskettenlaufwerk wäre auch möglich. Für Erweiterungen stehen ein PCI-E 16 Slot zur Verfügung, der auch Dual-Slot Grafikkarten unterstützt, sofern man nicht eine Erweiterungskarte wie TV-Karte oder sonstiges im PCI-Slot einsetzen möchte.
Das System verbraucht im Leerlauf mit einer kleinen CPU und OnBoard Grafik um die 60 bis 75 Watt. High-End Systeme mit Grafik bringen es auf 100 bis 120 Watt im Idle. Unter maximaler Last erreichte der Shuttle XPC Spitzenwerte von 235 Watt mit Core 2 Quad und GeForce 9800GT, hier ist noch Spielraum für noch leistungsstärkere Grafikkarten vorhanden. Das integrierte I.C.E. Heatpipe Kühlsystem arbeitet effizient und erzeugt einen guten Luftstrom im Gehäuse, der alle Komponenten kühl hält. Zwar ist keiner der einzelnen Lüfter wirklich laut, aber in der Summe ist der Shuttle XPC SG45H7 mit 39 dBA im Leerlauf einfach zu laut um auf dem Schreibtisch platziert zu werden. Zudem spürt man die Vibrationen von Festplatte und optisches Laufwerk deutlich am Gehäuse, Shuttle sollte die Gesamtlautheit noch optimieren und vielleicht Dämmmatten integrieren.
Das System ist eindeutig für den anspruchsvollen Benutzer gedacht, der ein High-End System haben möchte. Als HTPC ginge der SG45H7 zwar auch, zumal die integrierte Grafik Blu-ray unterstützt, dafür ist er aber dann doch zu laut. Zur fehlerfreien Wiedergabe von Blu-ray Discs sollte man stets die aktuellsten Treiber und Software benutzen, mit einer dedizierten Grafikkarte treten diese Bugs nicht auf. Das System ist sehr schnell mit Windows Vista 32-bit, hat aber das Problem, dass maximal 3 GB RAM erkannt werden. Wer mehr benötigt, muss auf Vista 64-bit ausweichen, erhält aber möglicherweise Probleme mit inkompatiblen Treibern und Programmen. Den Geschwindigkeitsvorteil von Vista 64-bit kann man ohnehin nur dann ausnutzen, wenn alles auf 64-bit optimiert ist. Ubuntu Linux 8.10 überzeugt durch seine gute Kompatibilität mit dem SG45H7, sowohl mit der Intel OnBoard als auch mit einer eigenen nVidia Grafikkarte.
Shuttle liefert zum die besagte I.C.E. CPU-Kühlung sowie Kabel, Schrauben und Wärmeleitpaste mit, Kabel für die Laufwerke sind werkseitig schon verlegt. Die Supportwebseite ist recht übersichtlich und bietet nützliche Informationen, Die gebührenfreie Hotline gilt aber nur für Komplettsysteme, der Support reagiert auf E-Mails zügig.
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Wer einen High-End Mini-Barebone will, findet im Shuttle XPC SG45H7 eine sehr gute Lösung. Zudem ist er mit 360 EUR deutlich billiger als der SP45H7 und verfügt über die integrierte Grafik, die dem P45 Modell fehlt. Laut Spezifikationen kann der P45 zwar höhere CPUs aufnehmen, aber unser Test beweist, dass dies auch im SG45H7 geht. Der Barebone ist hochwertig verarbeitet und sieht richtig gut aus, aber 360 EUR für Case mit Mainboard und CPU-Kühlung sind viel Geld. Shuttle bedient nach wie vor nur Premium-Kunden, das ist auch der Grund, warum weiterhin mehr normale Desktop-PCs als kleine Mini-Barebones verkauft werden. Die fehlende DDR2-1066 Unterstützung finden wir zudem happig, das Kühlsystem ist zwar effizient, die Geräuschentwicklung muss aber entschieden geringer werden, auch wenn der SG45H7 mitunter zu den leiseren Shuttle Barebones gehört. Zudem ist der Videooutput am analogen VGA ziemlich verschwommen. „Richtig geil“ ist die Möglichkeit, bis zu 16 GB RAM einzubauen und somit aus dem SG45H7 eine richtige Workstation zu machen, allerdings kann dieses Privileg nur von Usern genutzt werden, die ein 64-bit Betriebssystem einsetzen und ev. Treiber- und Softwareinkompatibilität in Kauf nehmen. Für die hohe Leistung, das gute Overclocking, die insgesamt möglichen 16 GB RAM und das schöne Aussehen verleihen wir dem Shuttle SG45H7 die MiniTechNet Special Nomination, eine Empfehlung der Redaktion kann aber wegen der aufgelisteten Mängel nicht vergeben werden, auch wenn die gewichtete Gesamtnote ein sehr gut ergiebt.
[igor.c]

Hardware und Technik | Software und Service | Verarbeitung & Design Rechenleistung Grafikleistung Ausstattung Erweiterbarkeit Stromverbrauch Lautstärke | ■■■■■ ■■■■■ ■■□□□ - ■■■■□ ■■■■■ ■■■■□ ■■■□□ ■■■□□ | Windows Vista 32-bit Windows Vista 64-bit Ubuntu Linux Lieferumfang Garantie & Service Preis | ■■■■■ ■■■■□ ■■■■■ ■■■■■ ■■■■□ ■■□□□ | | Pro | Kontra | + sehr schönes Design, hochwertige Verarbeitung + viele Schnittstellen (7.1 Sound, HDMI, eSATA) + PCI-E 16x Dual-Slot fähig + Solid Capacitors für industriellen Einsatz + Zubehör wie Kühler, Kabel, Wärmeleitpaste | - nur 1 digitaler Videoausgänge - nicht jedes optische Laufwerk ist kompatibel - ab 4 GB RAM nur unter 64-bit Betriebssysteme - kein DDR2-1066 - zu laut für Schreibtisch | | Verbesserungsvorschläge | ● 2 digitale Videoausgänge integrieren ● Öffnungstaste für optisches Laufwerk breiter machen, damit es alle Laufwerke bedienen kann ● Geräusche reduzieren, Schallmatten und Festplattenenkopplung integrieren |

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