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MiniCube
von Steffen Soltwedel   26.08.2006


Die Idee ein eigenes und damit individuelles HTPC (Home Theater Personal Computer) Gehäuse zu bauen hatte ich schon lange. Mein Ziel war es dabei ein Gehäuse zu entwickeln welches eine relative kompakte Bauform hat, sich optisch vom Standard PC unterscheidet und vor allem leise ist.

Nach ersten Skizzen und dem Ausmessen der einzelnen Komponenten war klar das mein neues Gehäuse die Form eines Würfels haben sollte.

 

 

Um den Würfel so klein wie möglich zu bauen habe ich mich für die Plattform Mini-ITX entschieden. Diese kleinen Mainboards haben eine quadratische Grundfläche und eignen sich daher perfekt für den Einsatz in meinem Cube.

Weiterhin wollte ich meine bereits vorhande Wasserkühlung nahtlos in das neue Gehäuse integrieren was eine besondere Herausforderung darstellte.

Auf den folgenden Seiten habe ich viele Informationen zum Aufbau des Cubes und der darin verbauten Hardware zusammengetragen.


1.1 Gehäuse - Material


Nachdem ich über die Form des neuen Gehäuses entschieden hatte stellte sich mir die Frage aus welchem Material ich den Würfel bauen sollte. Nach einigen Überlegungen habe ich mich für den holzähnlichen Werkstoff MDF (Mittel Dichte Faserplatte) entschieden.

Gründe dafür diese Material zu verwenden waren:

- preiswert

- gut zu verarbeiten

- gut lackierbar

- stabil




 

MDF ist ein relativ weiches Material weshalb die Kanten nicht besonders stabil gegen Stöße sind. Aus diesem Grund habe ich sämtliche Außenkanten abgerundet was auch ein netten optischen Effekt hat. Alle MDF Platten sind mit handelsüblichen Holzleim (Ponal) verklebt. Ein zusätzliches Verschrauben war nicht notwendig. Vor dem eigentlichen Lackieren muß das Material gut grundiert werden um die Saugfähigkeit der MDF-Flächen und besonders der Kanten einzuschränken.

 

 


1.2 Gehäuse - Abmessungen


Da ich unbedingt einen richtigen Würfel bauen wollte waren die Abmessungen des Mainboards (welches nunmal die größte Grundfläche von den einzelnen Komponenten hat) entscheidend. Mini ITX Mainboards haben eine Kantenlänge von 17cm und genau so groß sollte der Würfel auch werden.

Eine weitere Herausforderung bestand darin sämtliche von außen sichtbare Komponenten wie z.B. Lüftergitter,DVD und Ausgleichsbehälter mittig in den einzelnen Aluminiumplatten zu integrieren um damit eine harmonische Einheit zu erzeugen.




Für das Grundgerüst des Würfels habe ich 10mm starke MDF Platten benutzt. Ein guter Kompromiß aus Festigkeit und Gewicht.

Die 2mm starken Aluminiumplatten sind naturfarben eloxiert und wurden komplett auf einer CNC Fräse bearbeitet.

 

 

 

 

 


1.3 Gehäuse - Details


Da der Würfel so klein wie möglich werden sollte mußte ich mir Gedanken darüber machen wie ich die gesamte Hardware am einfachsten darin einbauen kann. Um von Außen durch alle Seiten in den Würfel zu gelangen habe ich mir 4 Aluminiumplatten organisiert und diese mit einer Oberfräse bündig im MDF versenkt.




Um die Aluminiumplatten später bequem am eigentlichen Gehäuse befestigen zu können verwende ich dafür Einschlagmuttern. Diese verankern sich dauerhaft beim ersten Anziehen der Schraube im MDF. Ein umständliches hantieren mit losen Muttern entfällt dadurch.

 

Diese Einschlagmuttern habe ich in Verbindung mit entsprechenden Abstandshaltern auch für die Befestigung des Mainboards benutzt.

 

 


2.1 Hardware - Mainboard


Bei der Auswahl der Hardware stellt sich auch immer die Frage:

Wofür möchte ich den PC einsetzen?

 

Primäre Einsatzgebiete sind für mich:

 

- Wiedergabe von Audio CDs/ DVD/ Internetradio

- Aufnahme von TV Sendungen (mit externer TV Karte)

- Filesharing

- Verwaltung und Wiedergabe von digitalen Fotos

 

Da mein geplanter HTPC weiterhin für den Dauereinsatz geeignet sein sollte mußte ich bei der Auswahl der Hardware auch auf den Stromverbrauch achten. Nach umfangreichen Recherchen habe ich mich für das Via Epia TC 10000 entschieden. Dieses Mainboard erfüllt alle meine gestellten Anforderungen und verbraucht unter Vollast rund 40 Watt. Ein weiterer Vorteil besteht darin das die Stromversorgung über ein externes Netzteil, ähnlich wie bei einem Notebook erfolgt. Dadurch spare ich mir im Gehäuse den Platz für sperrige Netzteile und breite ATX Kabel.




Technische Daten Via Epia TC 10000:

 

- VIA Eden 1 GHz CPU (Nehemiah)

- Chipsatz VIA CLE 266

- Grafik integriert, S3 Unichrome

- Sound 6-Kanal AC97

- Netzwerk VIA Rhine 10/100 MBit

- Speicher 1 x SO-DIMM, max. 1 GByte DDR266

- Stromversorgung 12 Volt Gleichstrom

- 1 PCI Steckplatz


2.2 Hardware - DVD/HDD


Aufgrund der geringen Gehäuseabmessungen konnte ich kein Standard DVD Laufwerk verwenden. Alternativ gibt es slimeline Laufwerke die für den Einsatz in Notebooks konzipiert sind. In Verbindung mit einem Adapter lassen sich dieses Laufwerke auch an einem normalen IDE Anschluss betreiben. Ich habe mich dabei für ein Panasonic UJ 845 entschieden welches über einen Slot-In Mechanismus verfügt. Dabei werden die Medien ähnlich wie bei einem Autoradio direkt in das Laufwerk gezogen.

 

 




Als Festplatte verwende ich eine Seagate Barracuda (Modell ST340015A) mit einer Kapazität von 40 GB. Diese Platte läuft sehr ruhig und ist damit für den Einsatz im HTPC ideal.

 

 

 

 

 

 


2.3 Hardware - Grafikkarte


Von einem HTPC erwartet man das Filme bzw. Fotos in guter Qualität auf dem Fernseher dargestellt werden.

Als Grafikkarte verwende ich deshalb eine Matrox G450 PCI. Diese Karte bietet serienmäßig ein VGA- und zusätzlich einen kombinierten VGA-TV-Ausgang. Damit ist es möglich zwei Bildschirme gleichzeitig anzusteuern.

 

 

 

 


2.4 Hardware - Wasserkühlung


Da ich unbedingt einen leisen HTPC wollte habe ich mich für den Einbau einer Wasserkühlung entschieden. Diese ermöglicht eine geräuschlose Kühlung der CPU. Als CPU Kühler benutze ich den Wasserkühler "Twinplex" der Firma Aqua Computer.

 

 

 

 




Die Hauptaufgabe einer Wasserkühlung besteht darin die am Prozessor entstehende Wärme in den Kühlkreislauf aufzunehmen und über den Radiator wieder abzugeben.

Als Radiator benutze ich den Alphacool Nexxxos Pro1. Dieser hat eine relative kompakte Bauform und ist für mein System mehr als ausreichend.

 

 




Da das Wasser im Kreislauf ständig zirkulieren muß ist eine Pumpe erforderlich. Ich habe mich für eine Eheim 300 compact entschieden. Diese ist sehr klein und im Betrieb nahezu unhörbar. Um die Pumpe in mein System integrieren zu können mußte ich sie noch mit entsprechenden Schlauchverbindern umrüsten.

 

 

 




Um im Wasserkreislauf alle Komponenten miteinander zu verbinden benutze ich Schlauch aus Polyurethan (PUR). Diese haben einen Außendurchmesser von 8mm.

 

 

 

 

 

 


Links

Homepage des Autors:  www.mini-cube.de




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