

Das Mainboard wirkt mit seinem blauen PCB sehr schick, es fallen sofort die vielen Pin-Header und die wenigen Anschlüsse an der I/O-Blende auf. Daher liegt die Vermutung nahe, dass sich dieses Mini-ITX Mainboard eher für industrielle Kunden geschaffen wurde, was tatsächlich auch der Fall ist. Viele Kunden von VIA kommen nach wie vor aus der Industrie. Auffällig ist des Weiteren, dass wieder ein kleiner 40mm Lüfter verbaut wurde.

Bei einem Blick auf die ATX Blende (I/O-Blende) fällt zunächst der altmodisch wirkende serielle Anschluss auf. Für die Industrie ist er aber durchaus von Bedeutung, und Bastler werden auch ihre Freude damit haben. Direkt daneben befindet sich ein DVI-I Ausgang zur Ansteuerung aktueller Displays. Rechts davon findet man insgesamt vier USB 2.0 Anschlüsse und zwei Gigabit Netzwerk-Schnittstellen sowie drei Audio Buchsen. Das Board bietet 6-Kanal-Audio und somit alle aktuellen Features für ein multimedia-taugliches Board. Die internen Anschlussmöglichkeiten sind vielfältig, so bietet das Board hier zwei weitere USB2.0 Schnittstellen, einen seriellen Anschluss und Pin Header für Maus/Tastatur. Auch für S/PDIF und Front Panel Audio sind Pin Header vorhanden, wie auch für SIR (IRDA 1.0).
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Die Erweiterungsmöglichkeiten des VIA EPIA-M700 sind eher gering, so gibt es lediglich einen PCI-Slot und nur einen DIMM Sockel für maximal 2 GB DDR2 Speicher. Interessant ist ein digitaler Videoanschluss, über den sich eine Erweiterungsplatine mit HDMI oder DVI Port aufstecken lässt. Damit bietet das Board insgesamt zwei digitale Videoschnittstellen und demzufolge auch Unterstützung für zwei Monitore. Für den PCI-Slot hat man im industriellen Umfeld sicher Verwendung, doch auch der ein oder andere Privatanwender wird sich darüber freuen, um etwa eine TV-Karte oder WLAN nachzurüsten.

Als Prozessor kommt beim M700 ein VIA C7 mit wahlweise 1,5 GHz oder 1,0 GHz zum Einsatz. Während die schnellere Variante aktiv gekühlt werden muss, kann man mit dem auf 1,0 GHz Prozessor basierendem Board ein passives System aufbauen. Leider ist der C7 mittlerweile überholt, seine Performance kann definitiv nicht mehr mit aktuellen Prozessoren wie dem Intel Atom oder VIA Nano (Isaiah) mithalten, letzterer ist bereits erhältlich. Da wir schon einige Mini-ITX Mainboards mit VIA C7 Prozessor im Test hatten, gehen wir diesmal nicht näher auf den Prozessor ein.
Viel interessanter ist aber der verbaute Chipsatz: es kommt hier erstmalig der VIA VX800 "Mediensystem-Prozessor" zum Einsatz. Er unterstützt dabei die aktuellen VIA C7, VIA C7-M und VIA Eden Prozessoren als auch die neuen Prozessoren auf Basis der VIA Isaiah Architektur. Der VIA VX800 IGP Chipsatz integriert North- und Southbridge in nur einem einzigen Chip (33x33mm), was einerseits zu Platzersparnis und andererseits zu einem geringen Stromverbrauch führt (5 Watt TDP). Zudem bietet der VX800 einige integrierte Multimedia-Funktionen, die unter anderem eine Videobeschleunigung bieten sollen (VIA Chromotion Videoeinheit mit Beschleunigung für MPEG-2, MPEG-4, WMV9, VC1 und DivX). Im Test mit hochauflösenden Videomaterial konnten wir jedoch nicht viel davon spüren, die Wiedergabe unserer HD-Videos war nicht ohne Aussetzer möglich. Die integrierte VIA Chrome9 HC3 Grafik bietet volle DirectX 9.0 Unterstützung, man sollte jedoch nicht glauben, mit diesem Mini-ITX Mainboard aktuelle Spiele nutzen zu können. Die Leistung des Systems reicht nicht einmal aus, um die Aero-Oberfläche von Windows Vista mit allen Effekten darzustellen. Die Features des VX800 sehen also auf dem Papier sehr gut und in der Praxis eher schlecht aus – wir vermuten aber, dass auch der lahme C7 Prozessor Schuld daran ist. Wie sich der VIA VX800 in Kombination mit einem VIA Nano Prozessor schlägt, werden wir wohl erst 2009 testen können, denn für Anfang nächsten Jahres erwarten wir entsprechende Systeme mit dieser Kombination.
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