
Die "kompromisslose Multimedia-Leistung" des VIA VX800 Chipsatzes blieb im Test leider aus. Die Leistung wird vor allem durch den mittlerweile überholten Prozessor gebremst, doch auch wenn es auf die DirectX 9 Fähigkeiten des Chipsatzes oder Wiedergabe von hochauflösenden Videos ankommt, konnte auch der neue VX800 nicht punkten. Im Vergleich zum VIA CX700 konnte der neue VX800 allerdings zeigen, dass er mehr Leistung bietet.
Die Ausstattung des VIA M700 Mini-ITX Mainboards ist gut, so bietet es Dual Gigabit LAN, DVI-I, High Definition Audio, und ausreichend USB2.0 Schnittstellen. Auch serielle Schnittstellen sind vorhanden, erweitern kann man das Board über einen PCI-Slot. Als Arbeitsspeicher kann man leider maximal nur ein 2 GB Modul verwenden, für Laufwerke stehen nur 2 SATA oder ein IDE Anschluss zur Verfügung. Als kleines Highlight lassen sich über eine Zusatzplatine insgesamt auch zwei Monitore über DVI / HDMI ansteuern.
Der Stromverbrauch ist mit 27-48 Watt als gering einzustufen, mit einer 2.5 Zoll Festplatte lässt sich hier nochmals einiges einsparen. Die Temperaturen ließen sich leider mit keiner uns zur Verfügung stehenden Software auslesen, die am Kühler gemessenen Werte waren aber in Ordnung. Mit 6136 Umdrehungen dreht der kleine Lüfter allerdings sehr schnell, man hört ihn deutlich. Wer es lautlos möchte, muss also zum passiv gekühlten System mit 1,0 GHz CPU greifen.
Einzig Windows XP scheint auf diesem Board sinnvoll zu sein. Auch Linux funktionierte soweit gut, allerdings fehlen hier entsprechende Treiber, um die Möglichkeiten des Chipsatzes vollkommen auszunutzen. Windows Vista ist absolut nicht zu empfehlen, funktioniert aber.
Da es sich hier um ein industrielles Mini-ITX Mainboard handelt, bleibt nicht viel über den Verwendungszweck erzählen, aufgrund der multimedialen Schnittstellen wäre das Board durchaus auch für HTPCs oder kleine Office Rechner interessant.
Es werden die nötigsten Teile mitgeliefert, der Umfang ist durchschnittlich. Der Service von VIA ist für Endkunden eher schlecht, nicht zuletzt dadurch, weil die Hauptkunden von VIA aus der Industrie kommen. Wer also entsprechende Projekte vor hat, wird sicher von VIA auch guten Support erhalten. Als Privatanwender kommt man meist besser, sich zunächst an seinen Händler des Vertrauens zu wenden.
Das VIA M700 Mini-ITX Mainboard ist ein solides Board mit bereits überholtem Prozessor. Gegenüber seinen Vorgängern kann sich der hier verbaute VX800 Chipsatz gut behaupten, gegen die Konkurrenz von Intel und AMD hat er es jedoch sehr schwer. Für Privatanwender stellt das VIA M700 Mini-ITX daher derzeit keine Alternative zum Intel D945GCLF dar.
[tobias.s]

Hardware und Technik | Software und Service | Rechenleistung Grafikleistung Ausstattung Erweiterbarkeit Stromverbrauch Lautstärke | ■■□□□ ■■□□□ ■■■□□ ■■□□□ ■■■■□ ■■□□□ | Windows XP Windows Vista Ubuntu Linux Lieferumfang Garantie & Service Preis | ■■■■□ ■■□□□ ■■□□□ ■■□□□ ■■■□□ ■■■□□ |
| Pro | Kontra | + DVI-I, durch Erweiterungsplatine 2x DVI möglich + 6-Kanal-Audio + Dual Gigabit LAN + geringer Stromverbrauch | - schlechte CPU Performance - Wiedergabe von hochauflösenden Videos nicht möglich - nach wie vor zu hoher Preis |
| Verbesserungsvorschläge | ● aktuelle CPU (VIA Nano) integrieren ● Preis weiter senken ● Treiber für Linux anbieten |

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