

Der erste Blick auf das Mainboard bietet zunächst eine Überraschung: VIA verbaute hier einen Kühlkörper, der über CPU und Chipsatz ragt. In diesem ist aber nach wie vor ein kleiner Lüfter eingelassen, was auf eine entsprechende Wärmeentwicklung deuten lässt, doch dazu später mehr. Der Rest ist soweit bekannt, das Layout entspricht dem der VIA Referenzplatine für Nano-Prozessoren (basierte auf VIA EPIA SN Serie), lediglich an der I/O Blende wurde mit Anschlüssen etwas gespart. Das PCB selbst kommt in schickem Blau daher.

Von Links nach Rechts befinden sich an der I/O-Blende zwei altmodisch wirkende PS/2 Anschlüsse, ein serieller und ein VGA-Anschluss, direkt daneben zwei USB 2.0 Ports und ein Gigabit LAN Port sowie die obligatorischen Audio-Buchsen (Line-Out, Line-In, Mikrofon, High Definition Audio mit 6 Kanälen). Insgesamt ist die Ausstattung an der ATX-Blende also etwas spärlich, weitere USB Ports und modernere Schnittstellen wie etwa DVI oder S/PDIF wären wünschenswert gewesen. Erfreulich ist aber, dass man letzteres und sechs weitere USB 2.0 Ports über interne Pin-Header verbinden kann. VIA betont, dass ein USB-Anschluss auch zur VIA WiFi-Karte kompatibel ist. Direkt on Board findet man außerdem noch einen seriellen Anschluss.

Erweitern kann man das VB8001 relativ gut, denn es bietet einen vollwertigen PCI-Express x16 Slot, der auch aktuelle Grafikkarten problemlos aufnimmt. Zu diesem gesellt sich auf der Unterseite ein Mini-PCI Slot, so dass man hier auch eine WLAN-Karte einfach nachrüsten kann. Für Arbeitsspeicher stehen zwei Slots zur Verfügung, die insgesamt maximal 4 GB DDR2-667 RAM aufnehmen. Die im Test verwendeten DDR2-800 Module von TakeMS liefen problemlos mit 667 MHz. Festplatten oder optische Laufwerke kann man entweder über die zwei S-ATA II Ports (3 Gbps) oder den P-ATA Anschluss (UDMA 133) mit dem System verbinden. Weitere S-ATA Ports wären schön gewesen, RAID wird aber auch bei nur zwei Ports unterstützt.

Der hier zum Einsatz kommende VIA Nano Prozessor basiert auf der bereits zur Embedded World vorgestellten Isaiah-Architektur und stellt damit den ersten 64-Bit out-of-order Prozessor von VIA dar. Die Isaiah-Architektur ist eine komplette Neuentwicklung soll im Vergleich zur VIA C7 CPU eine enorme Leistungssteigerung bieten, währenddessen der Strombedarf so gering wie möglich sein sollte. Der neue Nano Prozessor ist pinkompatibel zum C7 (Sockel 479), was einen leichteren Wechsel von VIA C7 auf VIA Nano ermöglicht. Auf der Produktseite von VIA findet man ausführliche Informationen, unter anderem auch eine Tabelle mit den verschiedenen Varianten des VIA Nano. Die Taktfrequenzen reichen von 1.0 GHz bis zu 1,8 GHz, was sich auch in der maximalen Verlustleistung niederschlägt. Während die Prozessoren mit 1,0 – 1,3 GHz mit einer TDP von unter 10 Watt auskommen (Kennzeichnung U2XXX, 5 W TDP bei 1,0 GHz und 8 W TDP bei 1,3 GHz), verbrauchen die Spitzenmodelle maximal bis zu 25 Watt (Kennzeichnung L2XXX, 1,8 GHz mit 25 W TDP, 1,6GHz mit 17 W TDP). Auf dem VB8001 ist ein L2200 mit 1,6 GHz fest verbaut. Auf bereits bekannte Features der bisherigen C7 CPUs müssen auch aktuelle Nano Prozessoren nicht verzichten. So bieten sie auch die VIA Padlock Features, zu denen hardwarekryptografische Beschleunigung und Sicherheitsfeatures wie duale Quantum Zufallsgeneratoren, eine AES Encryption Engine, NX Bit sowie SHA-1 und SHA-256 Hasing gehören. Die Prozessoren von VIA sind derzeit die einzigen x86 Prozessoren mit solch einer Sicherheitsausstattung. Neu ist der C6 Powerstatus, welcher eine adaptive Verringerung der Leistungsaufnahme ermöglicht. VIA lobt den Nano Prozessor erneut als den marktführenden Prozessor in Sachen Performance pro Watt und vergleicht auf der Produktseite den 1,6 GHz Nano mit einem 1,6GHz Intel Celeron Prozessor. Leider hinkt dieser Vergleich etwas, denn gerade Intel hat noch weitere Prozessoren im Portfolio, welche eine geringere Leistungsaufnahme aber höhere Performance bieten. Zu nennen sind hier beispielsweise die Intel Core 2 Low Voltage (Core 2 Duo LV L7700, 2x1.8 GHz, 17 W TDP) und Ultra Low Voltage (Core 2 Duo ULV U7700, 2x1.33 GHz, 10 W TDP) Prozessoren.
Als Chipsatz kommt der bereits bekannte VIA CN896 zum Einsatz. Es handelt sich dabei offiziell um einen Desktop Chipsatz für energieeffiziente, bezahlbare Embedded- und Desktopsysteme. Zu den Features des CN896 zählen Unterstützung für DDR2, S-ATA II, PCI-Express (16 Lanes), 6-Kanal oder 8-Kanal Audio, Gigabit Ethernet, USB 2.0 und IEEE 1394 (Firewire). Die meisten dieser Features finden sich auch auf dem VIA VB8001 wieder. Außerdem ist eine VIA Chrome9 HC Grafik integriert, die DirectX 9 Unterstützung und einen eingebauten Videobeschleuniger für MPEG bietet. Laut VIA bietet die integrierte Grafik dank der Chromotion 3.0 CE Video Display Engine neben Video De-Blocking, Adaptive De-Interlace auch volle HDTV Unterstützung bis 1080i / 720p. Im Test liefen hochauflösende Videos zumindest unter Windows XP flüssig. Der CN896 ist mit dem Windows Vista Basic Logo zertifiziert, die Aero-Oberfläche lässt sich damit nutzen.
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