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Winmate A270 Mini-ITX Mainboard
Mini-ITX System für Athlon 64 AM2 Prozessoren, allerdings max. 35W TDP. Trotz mobilem Chipsatz hoher Stromverbrauch und nur mittelmäßige Leistung. Viele USB Schnittstellen.
von igor.c   22.07.2007
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Mainboard






Das Winmate A270 ist eines der wenigen Mainboards im Mini-ITX Formfaktor für AMD AM2 Prozessoren. Die Bauweise ist zwar kompakt, aber es scheint hier nicht so Platzmangel zu herrschen wie es bei dem ähnlichen Albatron KI690-AM2 Mainboard der Fall ist. Die Anordnung der Komponenten ist gut gewählt, die spartanische Industrie-Kühlung des Prozessors und der nur 20 Pin Stromadapter nehmen natürlich weniger Platz weg. Vielleicht liegt es auch daran, dass an einigen Multimediaschnittstellen gespart wurde, weshalb das Winmate A270 eher für industrielle Zwecke empfohlen wird. Nicht umsonst wurde es von Winmate speziell für die eigenen PanelPCs konzipiert und nicht zum Einsatz als multimediale Zentrale für das Wohnzimmer. Trotzdem kann man dank des Mini-PCI Slots an der Unterseite noch Erweiterungskarten wie WLan Modul oder TV-Tuner.

Der Anschlussbereich an der ATX Blende ist gut bestückt und wurde maximal ausgenutzt. Es befinden sich 2x PS/2 Anschlüsse für ältere Tastaturen und Mäuse, 2x serielle Schnittstellen, 2x LAN und 4x USB, ein VGA und ein DVI Ausgang. Letztere reizen die Fähigkeiten des integrierten ATI Radeon X1250 Grafikchips im AMD M690 Chipsatz aus. Ein LVDS zur Ansteuerung von digitalen TFT-Panels befindet sich zusätzlich onboard. Für die Audioschnittstellen ist kaum noch Platz übrig geblieben, hier werden die Anschlüsse mehrfach belegt und können Wahlweise für Line-Out oder Kopfhörer und Line-In oder Mikrofon verwendet werden. Die Surround 5.1 Fähigkeit des Realtek ALC655 Soundchips bleibt ungenutzt und kann nur verwendet werden, wenn man das Audio-Erweiterungsmodul (Kabelpeitsche) ansteckt. Als Optional wird es aber auf der Winmate Homepage nicht angeführt. Ein Firewire Anschluss fehlt leider sowohl an der ATX Blende als auch onboard.


Speicher, Anschlüsse und Erweiterungen






Beim Speicher werden normale DDR2 Module von 533 bis 800 MHz Taktfrequenz eingesetzt. Verwendet man zwei gleiche Module, aktiviert sich auch die Speichertechnologie DualChannel, die die Speicherbandbreite fast verdoppelt. Interessant war allerdings, dass der Speicher nicht mit 400 MHz (entspricht 800 MHz), sondern nur mit 360 MHz getaktet wurde, obwohl wir DDR2-800 Module eingebaut hatten und diese auch beim Booten als solches erkannt wurden. Im Bios befand sich auch keine Option, um den Speichertakt zu verändern. Vermutlich ist das ein Bug.

Als Stromversorgung wurde bei diesem Mainboard ein ATX 20 Pin Anschluss vorgesehen, der allerdings wesentliche Einschränkungen wegen der maximalen Strom-Belastbarkeit mit sich bringt. Das Board unterstützt deshalb nur spezielle stromsparende Prozessoren von AMD, die auf die Bezeichnung EE SFF (Energy Efficiency Small Form Factor) enden. Winmate legt den Stromverbrauch der CPU auf maximal 35W fest, was dem Verbrauch der EE SFF Prozessoren entspricht. Allgemein ergeben unsere Messungen einen Richtwert von maximal 100 W für das ganze System inkl. aller Komponenten, der nicht überschritten werden sollte. Überschreitet das Mainboard diese Grenze, wird es kritisch und das System stürzt ab, wie unser Test mit einer nicht zertifizierten CPU (Athlon 64 X2 5200+ mit 2,6GHz) ergab.

Für Festplatten und Laufwerke stehen 2x S-ATA und ein P-ATA 44 Pin Anschlüsse bereit. Wer das Board mit optischem Laufwerk betreiben möchte, sollte entweder ein S-ATA DVD-Drive verwenden oder ein Adapterkabel von 44pin auf 40pin kaufen, da sich hier sonst nur SlimLine CD/DVDs oder Notebookfestplatten anschließen lassen. Da DOM Module (Disk on Module = Flashspeicher) auch P-ATA 44Pin kompatible sind, kann man darauf ein WinXP Embedded installieren und das System ohne Festplatte betreiben. Leider hatte das System Probleme damit, bei angeschlossenem CD Laufwerk den Bootmanager auf der Festplatte zu Starten (wenn z.B. Win XP, Vista und Linux gleichzeitig installiert ist). Das System blieb beim Laden des Grub-Managers (Linux Bootmanager) immer hängen. Erst als wir das CD Laufwerk abgesteckt oder im Bios komplett deaktiviert hatten, konnte der Grubmanager gestartet werden. Hat man ein USB CD/DVD Laufwerk angesteckt, so dauert das Booten (POST) und das Laden des Bootmanager sehr lange.





Als Erweiterungsmöglichkeit zusätzlich zum Mini-PCI Slot ist ein normaler PCI Slot vorhanden, leider kein PCI-Express für Grafikkarten. Hinter dem PCI Slot befinden sich drei Steckverbinder für insgesamt sechs weitere USB Anschlüsse, mit denen die Anzahl der USB Schnittstellen auf eine Summe von zehn Ports steigt. Gleich daneben befindet sich ein 24bit LVDS Anschluss, mit dem sich TFT Panels digital ansteuern lassen.


CPU und Chipsatz, integrierte Grafik, Kühlung






Bei den Prozessoren gibt es wegen der Einschränkung mit der Stromversorgung nur eine kleine Auswahl, die verwendet werden kann. Es handelt sich dabei um EE SFF (Energy Efficiency Small Form Factor) Modelle von AMD für den Sockel AM2, die laut Winmate Spezifikationen maximal 35W Strom verbrauchen dürfen und eine maximale Taktfrequenz von 1,8 GHz aufweisen können. Diese gibt es sowohl für den abgespeckten Sempron, als auch für den Athlon 64 (Single Core) und Athlon 64 X2 (Dual Core) Prozessor. Durch die eingebaute Technologie Cool'n'Quiet reduziert sich die Taktfrequenz und die Kernspannung, wenn die CPU nicht ausgelastet wird. Leider sind die EE SFF Prozessoren nicht über den normalen Handel beziehbar, hier findet man maximal die EE Varianten mit 65W TDP. Allgemein müssen wir aber sagen, dass durch diese spezielle Prozessorauswahl bei uns etwas Verwirrung herrschte. Wir erklären warum:

Das erste Board, das wir bekommen haben, war leider nicht stabil und musste zurückgeschickt werden. Es bootete nicht richtig oder machte Fehler bei der Installation. Wir und die Techniker von Winmate vermuteten Inkompatibilitäten des Speichers oder die Wahl eines falschen Prozessors für den Test. Letztendlich hat uns Winmate ein neues Mainboard mit einer "passenden CPU" geschickt, ein AMD Athlon 64 (SingleCore) 3000+ mit 1,8 GHz. Obwohl dieser Prozessor mit aktiviertem Cool'n'Quiet eine Kernspannung von nur 0,9V aufweist und auch nur einen Prozessorkern hat, liegt der Stromverbrauch bei 53W im Idle (Leerlauf) Modus und 88W beim Burn-In Test ziemlich hoch, auch wenn dabei als Komponenten noch die Festplatte und das DVD Laufwerk mitgerechnet wurden. Dass es sich bei der von Winmate gesendeten CPU um ein EE SFF Modell handelt, bezweifeln wir deshalb.

Der Test mit einem Athlon X2 (Dual Core) 3800+ EE mit 2,0GHz (65W TDP) ergab im Idle 47W und beim Burn-In 85W und lag damit unter den Werten des langsameren Athlon 64 3000+ (Single Core). Ein normaler Athlon X2 +5200 mit 2,6 GHz (kein EE Modell, sondern 89W TDP) erzeugte im Idle Modus 50W und überschritt erst beim Burn-In Test die 100W Grenze. Abgestürzt ist das System mit der schnellsten CPU nur beim Futuremark 3D Mark05 Benchmark, ansonsten lief das System auch mit dieser "nicht zertifizierten" CPU selbst beim Burn-In Test einwandfrei.

Doch was ist nun Aussagekräftig für dieses Mainboard? Welche CPUs werden wirklich unterstützt? Muss es eine CPU mit 35W TDP sein? Durch unsere Testergebnisse können wir sagen: Nein, eigentlich nicht. Vielleicht ist ja die Taktfrequenz aussagekräftig, doch auch das ist nicht wirklich standfest. Es sollte auf jeden Fall ein EE Prozessor sein, der maximal 65W TDP hat. Denn sogar mit zwei Kernen ist der Stromverbrauch noch geringerer als der Athlon 64 Single Core, den uns Winmate zugeschickt hat. Allerdings bergen die Dual Core Prozessoren ein Problem in sich: mit aktiviertem Cool'n'Quiet stockt die Wiedergabe von HDTV Video extrem, der normale Single Core Athlon 64 hat hingegen überhaupt keine Probleme damit. Das Video ist flüssig, obwohl auch hier Cool'n'Quiet aktiviert ist. Diese merkwürdige Tatsache scheint seine Ursprünge allerdings bei AMD und ATI haben, weniger bei Winmate.




Für weitere Verwirrung sorgte die Wahl des Chipsatzes. Winmate bezeichnet ihn auf der Homepage fälschlicherweise noch als ATI RS690M. Nachdem ATI von AMD übernommen wurde, heißt der Chipsatz AMD M690 und ist fast Baugleich zum AMD 690G Chipsatz im Albatron KI690-AM2 Mainboard, mit dem Unterschied, dass kein HDMI Ausgang für digitale Übertragung von Video- und Audio Signal möglich ist und dass der Chipsatz eigentlich für Mobilcomputer (sprich Notebooks, Subnotebooks) gedacht ist. Ein mobiler AMD Chipsatz, kombiniert mit Desktop Komponenten wie Athlon 64 und DDR2 Speicher ist schon eine ungewohnte Wahl. Vielleicht hat sich Winmate durch diese Lösung ein besonders stromsparendes System erwartet, doch unsere Messwerte zeigen hier ganz was anderes.

Der integrierte AMD/ATI Radeon X1250 Grafikprozessor ist ein vollwertiger DirectX9 3D Beschleuniger. Die Auflösung wird durch eine Einstellung im Bios auf max. 1280x1024 Pixel heruntergedrosselt, obwohl wesentlich mehr (bis 2048x1536 Pixel) möglich wären. Die 3D Grafikperformance liegt in etwa bei GeForce 6150 Niveau und sogar etwas über Intel's neuem X3000 Grafikchip (Intel 965G Chipsatz), allerdings nur bei 3D Applikationen für DirectX (sprich Spiele und Futuremark Benchmark). Für professionelle OpenGL 3D-Anwendungen ist die integrierte Grafik hingegen sehr schlecht. 3D Szenen werden von der CPU schneller in Softwareemulation berechnet als der Grafikchip in Hardware. Für CAD/CAM oder die Visualisierung von 3D Objekten ist das System nicht geeignet. Für 3D Spiele unter Windows reicht das System durchwegs aus: ältere 3D Games laufen sehr flüssig, neuere auch in geringer Auflösung noch akzeptabel.

In der ATI Grafik wurde auch eine neue Technologie "Avivo" integriert, um die Multimedia Qualität zu verbessern. D.h. Hardwarebeschleunigung bei der Wiedergabe von HD-Videos (Mpeg2, Mpeg4, H.264, WMV9, HD-DVD mit Time Shifting Funktion). Unter dem Aspekt "Stable Platform" hat dieses System den Vorteil, dass Chipsatz, Grafikprozessor und CPU aus einer Hand stammen. Doch obwohl der Chipsatz Windows Vista (Premium) zertifiziert ist, ließen sich unter Windows Vista die ATI Treiber nicht installieren, weshalb die Aero Glass Oberfläche und die 3D Effekte nicht funktionieren.







Da das Mainboard keine Sockelhalterung für einen CPU Kühler hat, kann man Standardlüfter von AMD oder anderen Anbieter nicht verwenden. Hier können nur Kühlsysteme eingesetzt werden, die vier Halteklammer oder vier Schraubhalterungen besitzen. Die von uns verwendete Lösung war ein Industrie-Aluminium-Kühler mit geringer Profilhöhe, 50mm Lüfter und Schraubverbinder. Der Schraubkopf wird von der Unterseite in die vier vorgesehenen Bohrungen eingesetzt. Wir mussten zudem ein Bohrloch mit Isolierband verkleben, da der Schraubkopf sonst die sehr nahe liegenden Kontakte kurzschließen hätte können. Das Mainboard verfügt über keine Smart Fan Funktion, weshalb der Lüfter trotz der geringen Temperatur des Prozessors immer mit maximaler Geschwindigkeit läuft und dementsprechend einen hohen Lärm erzeugt.



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