

Zotac gilt als einer der wenigen Hersteller, der die Mini-ITX Mainboards bewusst für Consumer entwickelt und als solches auch vermarktet, daher findet man darauf keine veralteten Schnittstellen die für Industrie PC-Einsatz geeignet wären. Auch Jetway und AOpen, die sonst als Innovativ in diesem Segment gelten, vermarkten ihre Mainboard immer noch als Industriekomponente. Entsprechend dem Consumer-Stil sieht das Zotac GeForce 8200-ITX WiFi Mainboard modern aus und erinnert sehr an normale ATX Mainboards, nur dass es mit 17x17 cm deutlich kleiner und kompakter gebaut ist. Viel Platz geht durch den großen AM2 / AM2+ / AM3 Sockel verloren, die Kühlerhalterung nimmt nochmals etwas Platz weg. Daher ist die Schnittstellenvielfalt auf dem Mainboard selbst eher Bescheiden, die Unterseite ist kaum mit Chips und Transistoren bestückt worden, dort sticht viel mehr die Kühlerhalterung hervor.

Den ATX I/O Bereich hat Zotac nicht ausgenutzt, so findet sich hier lediglich einen digitalen DVI Videoausgang, der sich mittels dem mitgelieferten Adapter in eine HDMI Schnittstelle mit HDCP und 7.1 Audio Unterstützung umwandeln lässt. Links daneben ist ein analoger D-Sub Videoausgang sowie zwei PS/2 Anschlüsse für ältere Mäuse und Tastaturen. Die sechs USB 2.0 Ports und darüber den 1 Gbit/s LAN Port sind gut, nur 3 Klinkenstecker für Audio Ein- und Ausgänge etwas mager. Hier hätte Zotac ruhig 7.1 Kanal Sound mit digitaler Schnittstelle integrieren können. Firewire oder e-SATA Ports wären auf einem Consumer Mainboard ebenfalls interessant.
Dafür hatte Zotac vor einigen Monaten die geniale Eingabe, dass mittlerweile viele Haushalte über ein eigenes WLAN-Netz verfügen und liefert seit dem 630-ITX WiFi Mainboard ein WLAN-Modul direkt mit. Beim Kunden entfällt lästiges Verkabeln. Das WLAN Modul stammt von VIA und kann mit bis zu 54 Mbit/s funken. Der Adapter wird intern an einem der vielen USB Ports angeschlossen und kann mittels einer Halterung direkt am Backpanel fixiert werden.
Das Mainboard verfügt sonst über 4x S-ATA II Konnektoren, P-ATA Anschlüsse für ältere Laufwerke hat Zotac gänzlich weggelassen. Solange man kein RAID 0+1 System mit 4 Festplatten und einem optischen Laufwerk aufbauen möchte, reichen die 4x S-ATA Ports aus. Beim optischen Laufwerk muss man eben eine Version mit S-ATA wählen.
In beide Speicherbänke können bis zu 8 GB RAM in Form von zwei 4 GB Speicherriegeln eingebaut werden, die dann auch im Dual-Channel Modus laufen. Zotac unterstützt dabei auch schon die schnelleren DDR2-1066 Speicherriegel, die etwas mehr Speicherdurchsatz ermöglichen und somit das gesamte System beschleunigen.
Zur Erweiterung steht ein PCI-E 1x Slot zur Verfügung, eine dedizierte Grafikkarte kann also nicht integriert werden. Für Gaming ist das Mainboard also weniger geeignet.


Das Zotac GeForce 8200-ITX WiFi unterstützt eine große Anzahl an AMD Prozessoren. Ursprünglich war es nur mit den günstigen AMD Semprons, den Dual-Core Prozessoren Athlon 64 X2 sowie Athlon X2 für Sockel AM2 und den High-End CPUs AMD Phenom X3/X4 für Sockel AM2+ kompatibel. Durch das gerade erschienen BIOS Update unterstützt das Mainboard aber nun auch die neuen Athlon X2 Prozessoren mit Kuma Kern für Sockel AM2+. Ebenfalls werden die neuen Phenom II Prozessoren für Sockel AM3 unterstützt, die in 45nm gefertigt werden, deshalb höhere Taktraten bei niedrigerem Stromverbrauch erzielen und durch den 6 MB großen Level 3 Cache mehr Performance bieten. Hier die komplette CPU-Liste:
AMD Sempron 2xxx+ und 3xxx+
K8 Manila Kern, Sockel AM2, HT1600, 256 bis 512 KB Cache, 62 Watt und 35 Watt TDP
AMD Sempron LE-1xxx
K8 Sparta Kern, Sockel AM2, HT1600, 256 bis 512 KB Cache, 45 Watt TDP
AMD Sempron X2 2xxx
K8 Brisbane Kern, Sockel AM2, HT1600, 512 KB Cache, 65 Watt TDP
AMD Athlon 64 X2 3xxx+, 4xxx+, 5xxx+ und 6xxx+
K9 Windsor und Brisbane Kern, Sockel AM2, HT2000, 1 MB, 89 und 65 sowie 35 Watt TDP
AMD Athlon X2 BE-2xxx und 4xxxe/b oder 5xxxe
K9 Brisbane Kern, Sockel AM2, HT2000, 1 MB Cache, 45 Watt TDP
AMD Athlon X2 6xxx und 7xxx
K10 (Phenom) Kuma Kern, Sockel AM2+, HT3600, 1 + 2 MB Cache, 95 Watt TDP
AMD Phenom X3 8xxx
K10 Toliman Kern, Sockel AM2+, HT3600, 1,5 + 2 MB Cache, 95 und 65 Watt TDP
AMD Phenom X4 9xxx
K10 Agena Kern, Sockel AM2+, HT3200/3600/4000, 2 + 2 MB Cache, 65/95/125 Watt TDP
AMD Phenom II X3 7xx
K10 Heka Kern, Sockel AM2+ oder AM3, HT4000, 1,5 + 6 MB Cache, 95 Watt TDP
AMD Phenom II X4 8xx und 9xx
K10 Daneb Kern, Sockel AM2+, HT3600/HT4000, 2 + 4/6 MB Cache, 95 bis 125 Watt TDP
Der NVIDIA Chipsatz ist mit einer GeForce 8200 Grafikeinheit ausgestattet. Der Kern ist mit 500 MHz getaktet, während der Shader Takt bei 1500 MHz liegt. Die Grafikeinheit erzielt sehr gute Werte im Bereich von 2D-Darstellung und OpenGL 3D-Beschleunigung. Für aktuelle 3D-Spiele ist sie aber nicht ausreichend. Spieletitel wie Crysis oder RaceDriver GRID können nicht flüssig betrieben werden. Dies liegt auch daran, dass der Speicherkontroller nicht im Chipsatz, sondern in der CPU enthalten ist und daher die Daten vom Grafikchip, Richtung Speicher und umgekehrt immer über die CPU laufen müssen. Mitunter ist dies auch der Grund, warum trotz starker Phenom CPU die 3D-Leistung hinter der eines NVIDIA Ion Systems mit Atom CPU liegt. Ebenfalls schneidet der NVIDIA 8200 Grafikchip schlechter ab als der aktuelle AMD/ATI 780G Chipsatz, der z.B. im Jetway NC92 und J&W MINIX780G Mini-ITX Mainboard eingesetzt wird. Ältere 3D-Spiele sind aber auf der Zotac Plattform kein Problem und können flüssig wiedergeben werden.
Ein Vorteil von NVIDIA gegenüber einem AMD/ATI Chipsatz ist aber, dass dieses System die NVIDIA CUDA Technik unterstützt. Dabei werden die vielen Streamprozessoren der GeForce Grafik (insgesamt 16) zur Berechnung von Operationen verwendet. Programme die CUDA unterstützen sind bis zu 10x schneller als wie wenn die Berechnungen nur über die CPU laufen würde. Nach und nach erscheinen auch immer mehr Programme, die CUDA verwenden. Darunter Photoshop CS4, mehrere Cyberlink Videokonverter, Badaboom Videokonverter und eine Vielzahl an wissenschaftlichen Programmen. Eine komplette Liste findet man auf der CUDA Website.
Das Kühlsystem kann der Kunde selbst wählen. Der Sockel ist mit einer entsprechenden Kühlerhalterung versehen, und kann somit gängige AMD Boxed Kühler oder Kühler für Sockel AM2/AM3 aufnehmen. Eine Smart-Fan Option ist im BIOS enthalten, die den Lüfter je nach Temperatur regelt. Der Chipsatz mit dem Grafikchip ist passiv gekühlt und verzichtet auf einen eigenen Lüfter. Man sollte aber im Gehäuse für ausreichend Luftzirkulation sorgen, da die Temperaturen im Chipsatz sonst auf über 80° steigen können.
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